ZEW-Präsident Fuest: Fed treibt riskante Politik

ZEW-Präsident Clemens Fuest hält die derzeitige lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed für sehr riskant.

Zwar seien die Konjunkturnachrichten der letzten Zeit aus den USA nicht so toll gewesen, es überrasche dennoch sehr, dass die US-Notenbank ihre Staatsanleihenkäufe, anders als ursprünglich angekündigt, nicht reduziere, sagte der Ökonom am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. «Und das große Risiko ist eben, dass, wenn dann am Ende die Anleihkäufe eingestellt werden, dass dann ein großer Absturz droht», warnte der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Die Inflationsrate sei zwar allgemein niedrig, doch im Vermögensgüterbereich sei nach der neuen Ankündigung des Fed-Chefs Ben Bernanke mit starken Preisbewegungen zu rechnen, erklärte Fuest. Das große Risiko dieser Politik des Gelddruckens sei, dass die Preise für Vermögensgüter immer mehr in die Höhe gingen, sagte der Experte zur Gefahr einer erneuten Immobilienblase in den USA.

Auch in Europa müsse man vor Preisblasen, die platzen könnten, auf der Hut sein. Es sei dann mit erheblichen Erschütterungen an den weltweiten Märkten zu rechnen. Da es die derzeitige Situation noch nie gegeben habe, «begibt man sich hier ein bisschen ins Unbekannte».