Züge fahren wieder weitgehend nach Fahrplan

Nach dem Streik der Lokführer fährt die Deutsche Bahn wieder größtenteils nach Fahrplan. Im Personenverkehr sei es am Morgen nur vereinzelt noch zu Ausfällen und Verspätungen gekommen, teilte die Deutsche Bahn mit.

«Disponenten hatten zuvor dafür gesorgt, dass die Züge an den Startbahnhöfen bereitstehen.» Neue Streiks sind bislang nicht angekündigt. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will zunächst abwarten, wie der Konzern auf den Arbeitskampf reagiert. «Jetzt ist die DB am Zug», sagte ein Sprecher.

Aus Sicht der Bahn hat sich der Ersatzfahrplan während des 43-stündigen Streiks am Mittwoch und Donnerstag bewährt. «Trotz massiver Einschränkungen konnte ein Drittel der IC-, EC- und ICE-Züge verkehren», hieß es. Im Regionalverkehr war der Osten am stärksten betroffen, weil die GDL dort stärker organisiert ist. Dort seien nur etwa 15 Prozent der eigentlich vorgesehenen Züge gefahren, im Westen dagegen rund 60 Prozent.

Am Freitagmorgen war nach 66 Stunden auch der Streik im Güterverkehr zu Ende gegangen. Mehr als zwei Drittel aller Güterzüge seien dennoch gefahren. Allerdings könnten die Streikfolgen noch einige Tage zu spüren sein. Der Stau in den Rangierbahnhöfen werde sich erst Anfang nächster Woche auflösen, hieß es.

Und die Streikgefahr ist für die Reisenden nicht gebannt, weil sich die Bahn in einem ihrer kompliziertesten Tarifkonflikte befindet. In getrennten Verhandlungen mit der GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sie vergleichbare Ergebnisse erzielen, während die beiden konkurrierenden Gewerkschaften um Einfluss bei dem Konzern ringen. Die EVG dringt auf einen Tarifabschluss für ihre Mitglieder bis zum 1. Juni. Auch sie droht damit, den Abschluss notfalls mit Streiks zu erzwingen.