Zielfahnder: Suche nach NSU hatte keine hohe Priorität

Die ursprüngliche Zielfahndung nach dem späteren NSU-Terrortrio hat laut einem Polizisten für die Thüringer Beamten Ende der 90er Jahre keine große Priorität gehabt.

«Die drei Rechten waren für uns untergeordnete Fahndungsfälle», sagte ein damaliger Zielfahnder vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtages in Erfurt. Die Gefährlichkeit der drei mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe sei damals noch nicht bekannt gewesen.

Das Trio war während einer Garagendurchsuchung am 26. Januar 1998 in Jena praktisch vor den Augen von Polizeibeamten untergetaucht. Darunter habe das Image des Landeskriminalamtes gelitten, sagte der Zeuge. «Man hat dann versucht, uns als Feuerwehr zu nutzen, um diesen Imageschaden wieder wettzumachen.»