Zika-Virus: Anstieg an Schädelfehlbildungen in Brasilien

Die Zahl bestätigter Schädelfehlbildungen bei Babys ist in Brasilien innerhalb einer Woche deutlich angestiegen.

Zika-Virus: Anstieg an Schädelfehlbildungen in Brasilien
Esteban Biba Zika-Virus: Anstieg an Schädelfehlbildungen in Brasilien

Wie das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilte, stieg die Zahl von 270 auf 404 - in 17 Fällen konnte nachgewiesen werden, dass sich schwangere Frauen zuvor mit dem Zika-Virus infiziert hatten.

Zuvor waren es sechs Fälle. Zudem werden derzeit noch 3670 Fälle mit einem Verdacht auf Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) untersucht. 76 (Vorwoche: 68) Babys seien daran bereits gestorben. Der von der Moskitoart Aedes aegypti übertragene Zika-Virus steht wegen des sprunghaften Anstiegs an Schädelfehlbildungen im Verdacht, diese bei einer Infektion von Schwangeren auszulösen. Die Babys sind wegen des zu kleinen Gehirns meist geistig behindert oder sterben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Montag den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen, um den internationalen Kampf gegen den Zika-Erreger zu erleichtern. Brasilien als am stärksten betroffenes Land begrüßte diesen Schritt. Bislang ist das Virus binnen weniger Monate in 26 Ländern Lateinamerikas aufgetaucht.

Eines der Hauptprobleme ist laut WHO das Fehlen eines zuverlässigen Tests, um zu wissen, ob ein Mensch infiziert ist. Das erklärt die hohe Schätzbreite in Brasilien von 500 000 bis 1,5 Millionen Zika-Infektionen - viele Menschen merken diese gar nicht. Denn im Normalfall verläuft sie weitgehend harmlos: Leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen sind Symptome. Bisher gibt es keinen Impfstoff, der nun forciert entwickelt werden soll.

In Rio de Janeiro, wo im August die Olympischen Spiele stattfinden, gibt es 196 Mikrozephalie-Verdachtsfälle - davon aber erst zwei bestätigte Fälle. Allerdings finden die Olympischen Spiele im brasilianischen Winter statt, wenn die Moskitoart kaum aktiv ist.