Zschäpe will ihr Schweigen im NSU-Prozess brechen

Fast 250 Verhandlungstage lang hat Beate Zschäpe im NSU-Prozess nicht ausgesagt. Am Mittwoch nun will sie reden. Was will sie sagen?

Zschäpe will nach jahrelangem Schweigen umfassend aussagen
Michaela Rehle Zschäpe will nach jahrelangem Schweigen umfassend aussagen

Spektakuläre Wende im Münchner NSU-Prozess: Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe will ihr mehr als zweieinhalbjähriges Schweigen brechen, wie die Kanzlei ihres Verteidigers Mathias Grasel am Montag ankündigte.

Die 40-Jährige werde aber nicht selbst sprechen, sondern ihren Verteidiger Grasel ihre Aussage verlesen lassen, erklärte der Anwalt Hermann Borchert aus der Grasel-Kanzlei. Zum Inhalt der angekündigten Aussage machte er keinerlei Angaben.

Dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) werden unter anderem neun Morde an Migranten und die Ermordung einer Polizistin vorgeworfen. Zschäpe, die einzige Überlebende des Trios, steht seit Mai 2013 in München vor Gericht - zusammen mit vier Mitangeklagten. Die Anklage wirft Zschäpe Mittäterschaft an allen Taten des NSU vor.

Bisher - seit dem Auffliegen des NSU vor fast genau vier Jahren - hatte Zschäpe beharrlich geschwiegen, auch an den inzwischen fast 250 Verhandlungstagen vor Gericht. Und das, obwohl sie bei der Polizei gesagt haben soll, sie habe sich nicht gestellt, um nicht auszusagen.