Zu milder Winter geht zu Ende: Über 20 Grad im Januar

Klirrender Frost, glitzernde Schneelandschaften in strahlendem Sonnenschein - in diesem Winter waren solche Tage selten. Stattdessen dominierten trübe Wetterlagen mit wolkenverhangenem Himmel.

Zu milder Winter geht zu Ende: Über 20 Grad im Januar
Paul Zinken Zu milder Winter geht zu Ende: Über 20 Grad im Januar

Niederschlag fiel meist als Regen, denn es war zu warm für Schnee. Im Januar wurde im Süden die 20-Grad-Marke geknackt - so warm war es zu dieser Jahreszeit noch nie.

Die Durchschnittstemperatur der drei Wintermonate Dezember, Januar und Februar lag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Freitag um 1,6 Grad über dem vieljährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990, die als internationale Vergleichsperiode dient. Wie der Frühling wird, lasse sich aus dem Verlauf des Winters aber nicht schließen, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux. Exakte Prognosen seien für höchstens sieben bis 10 Tage möglich.

Der meteorologische Winter endet mit dem Samstag (28. Februar). Meteorologen teilen das Jahreszeiten in ganze Monate ein - aus statistischen Gründen. Daten lassen sich dann besser vergleichen.

Zum ersten Mal in Deutschland kletterten die Temperaturen im Januar auf über 20 Grad: Am 10. Januar zeigte das Thermometer in Piding in Oberbayern fast sommerliche 20,5 Grad. Kurz zuvor - am 29. Dezember - war in Altheim bei Riedlingen an der oberen Donau mit minus 24,9 Grad der tiefste Wert dieses Winters gemessen worden.

Nach den Daten des DWD häufen sich zu milde Winter. Auch im Winter 2013/14 war es viel zu warm gewesen. Mit einer Abweichung von gut drei Grad gegenüber der Vergleichsperiode zwischen 1961 bis 1990 war es der viertwärmste Winter seit Beginn der Messungen 1881. Der bisher wärmste Winter war der von 2006/07 mit einer Abweichung um fast 4,4 Grad. Der letzte zu kalte Winter war der von 2010/11 - damals lag die Durchschnittstemperatur um 0,8 Grad unter dem Normalwert.

Der bisher kälteste Winter der DWD-Statistik liegt schon ein halbes Jahrhundert zurück: 1962/63 lag die Durchschnittstemperatur um fast 5,5 Grad unter dem Normalwert. Damals fror der Bodensee bei wochenlanger klirrender Kälte zum bisher letzten Mal vollständig zu.