Zu viele Fehlschüsse: Deutsche Biathleten gehen leer aus

Die deutschen Biathleten haben mit einer Reihe von Fehlschüssen die Podestplätze in den Mixed-Wettbewerben beim Weltcup in Nove Mesto vergeben.

Zu viele Fehlschüsse: Deutsche Biathleten gehen leer aus
Daniel Dal Zennaro Zu viele Fehlschüsse: Deutsche Biathleten gehen leer aus

Erst verschenkte der Olympia-Zweite Eric Lesser bei der Weltcuppremiere der Single-Mixed-Staffel durch drei Strafrunden den historischen Sieg und musste sich zusammen mit Luise Kummer mit Platz vier zufriedengeben. Knapp zwei Stunden später drehte Vanessa Hinz in der Mixed-Staffel auch eine Extrarunde und stürzte zudem noch. Am Ende reichte es für das Quartett Franziska Hildebrand, Hinz, Daniel Böhm und Benedikt Doll nur zu Rang sechs.

Lesser versuchte nach seinem Blackout erst gar nicht, seine Enttäuschung zu überspielen. «Plausibel kann ich das nicht erklären. Ich weiß nicht, was ich da falsch gemacht habe», sagte der 26-Jährige konsterniert im ZDF. Dabei schien es, dass sich das deutsche Duo bei der offiziellen Wettkampfpremiere der einfachen gemischten Staffel in die Annalen eintragen könnte. Denn Lesser lag vor dem finalen achten Schießen klar in Führung, verlor dann aber die Nerven.

Den Premierensieg sicherte sich Russland vor Norwegen und der Ukraine. Kummer/Lesser hatten nach drei Strafrunden und sechs Nachladern 38,9 Sekunden Rückstand auf die Spitze. In der Mixed-Staffel siegte Norwegen vor Tschechien und der Ukraine. Das deutsche Quartett lag nach einer Strafrunde und elf Nachladern 2:23,6 Minuten hinter der Spitze.

In der Mixed-Staffel war nach Franziska Hildebrand und Vanessa Hinz das Rennen für Deutschland schon gelaufen. Denn Hildebrand wechselte als Achte mit einem Rückstand von 38,9 Sekunden. Statt aufzuholen, patzte die zuletzt wegen einer Erkältung fehlende Hinz und vergrößerte den Rückstand als Elfte auf 2:04,0 Minuten. Dieses Handicap konnten die Herren nicht wettmachen. «Mir fehlen ein bisschen die Worte. Ich bin natürlich enttäuscht. Ich dachte, ich hätte den Wind richtig eingeschätzt. Aber ich wurde eines Besseren belehrt», meinte Hinz, die am Wochenende wieder angreifen will.

Kummer und Lesser hatten derweil bei den ersten sieben Schießeneinlagen nur insgesamt drei Extrapatronen gebraucht. Doch dann passierte dem Routinier der Fauxpas. «Stehend war ein Totalausfall», bekannte Lesser schonungslos. Die stark agierende Kummer nahm ihren Teamkollegen im Ziel tröstend in den Arm: «Vorwürfe sollte man sich definitiv nicht machen.»

Ein erstes Fazit der neuen Wettkampfform fiel dennoch positiv aus. «Es hat Spaß gemacht. Ich finde es einen sehr schönen Wettkampf», sagte die zweimalige Junioren-Weltmeisterin, die wie alle Athleten eine ganz andere Belastung kompensieren musste als gewohnt. Lesser ergänzte: «Das im Weltcup zu etablieren, kann man versuchen. Mal sehen, wie es von Fans und Teams angenommen wird.»

Die 32 000 Fans in der ausverkauften WM-Arena von 2013 waren von der Single-Mixed-Staffel, die an den Modus bei der World-Team-Challenge auf Schalke angelehnt ist, auf jeden Fall begeistert. Attraktiv sind für die Zuschauer die kurzen Laufrunden und das häufige Schießen. Die Frauen laufen insgesamt sechs, ihre Teamkollegen 7,5 Kilometer. Jeweils viermal muss jeder schießen. Ob und wie oft das neue Rennen in der Zukunft im Weltcup gelaufen wird, entscheidet der Weltverband.