Zuckerhut statt EM: Harting will vor Rio Form aufbauen

Olympia statt Europameisterschaft, Training zu Hause statt Titel-Hattrick in Amsterdam: Diskuswurf-Ass Robert Harting will den Schwung von Kassel nutzen und sich in den nächsten Wochen voll in die Vorbereitung auf die Sommerspiele in Rio konzentrieren.

Zuckerhut statt EM: Harting will vor Rio Form aufbauen
Bernd Thissen Zuckerhut statt EM: Harting will vor Rio Form aufbauen

«Für mich war das heute eigentlich wieder ein Auferleben. Alle Adern, die verkalkt waren, sind jetzt wieder durchblutet», sagte der Berliner nach seinem Triumph bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. «Ich freue mich, dass ich mich mit voller Wucht wieder ins Training stürzen kann.» Wegen seiner Verletzungen muss er drei, vier Wochen aufholen, außerdem schmerzt das Knie immer noch.

Sein neunter nationaler Meistertitel war Gold wert für den 31 Jahren alten London-Olympiasieger. Denn Harting ist nun für die Sommerspiele am Zuckerhut gesetzt, er muss nicht mehr bei den Europameisterschaften in Amsterdam (6. bis 10. Juli) antreten, wo es beim Kampf um die Rio-Startplätze zwei und drei hart zugehen dürfte. «Deswegen werde ich die EM, wenn ich darf - und ich denke das darf ich schon vom Verband aus - auslassen», kündigte der Europameister von 2012 und 2014 nach dem Sieg gegen seinen Bruder Christoph an.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will seinem Medaillen-Lieferanten der vergangenen zehn Jahre da entgegen kommen. «Wir werden diese individuelle Entscheidung auf dem Weg nach Rio tragen und unterstützen», sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska nach den Titelkämpfen im Auestadion.

In einem wahren Finalkrimi hatte sich Robert Harting auf glänzende 68,04 Meter gesteigert und seinen Bruder Christoph (66,41) im letzten Durchgang noch abgefangen. Die deutschen Meister mit erfüllter Norm sind für Olympia in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) gesetzt.