Zukunft der Postbank weiter offen

Das Rätselraten um den künftigen Kurs der Deutschen Bank hält an. Nach Informationen des «Spiegels» hat der Vorstand des Branchenprimus eine Vorentscheidung für den Verkauf der Postbank getroffen.

Der Beschluss sei in einer Sitzung am Mittwoch gefallen, berichtete «Spiegel-Online», ohne genaue Quellen zu nennen. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte: «Berichte, wonach der Vorstand eine Entscheidung getroffen habe, sind nicht zutreffend.» Der Vorstand berücksichtige eine Reihe von Optionen im laufenden Prozess der Strategieüberprüfung.

Mittlerweile sollen sich zwei Modellen als Favoriten für den künftigen Kurs des größten deutschen Geldhauses herauskristallisiert haben: Die Aufspaltung in eine Unternehmer- und eine Privatkundenbank oder die Abtrennung der Postbank.

Dem «Handelsblatt» zufolge hat die Vorstandssitzung an Mittwoch noch keinen Durchbruch gebracht. Es gebe noch keine einheitliche Linie. «Spiegel-Online berichtete hingegen das Konzept, das die Abspaltung des kompletten Privatkundengeschäfts vorsieht, habe offenbar keine ausreichende Unterstützung im Top-Management gefunden.

Die nun bevorzugte Strategie sieht dem Bericht zufolge neben der Abspaltung der Postbank auch die Schließung weiterer Filialen der Marke Deutsche Bank vor. Zudem solle ein Teil der Auslandsaktivitäten aufgegeben werden. Leichte Einschnitte seien auch im Investmentbanking geplant. Zudem sollen in der Bank die Kosten gesenkt werden.

Seit Monaten wird in der Frankfurter Konzernzentrale um den richtigen Kurs gerungen. Dabei soll ohne Tabus geprüft werden, auf welche Geschäfte sich die Bank künftig konzentriert und was angesichts schwacher Gewinne sowie immer strengerer Regeln und Kapitalanforderungen nicht mehr gemacht wird.

Die endgültige Entscheidung über den künftigen Kurs des größten deutschen Geldhauses soll bei einer am 24. April angesetzten außerordentlichen Aufsichtsratssitzung fallen. Bis dann sollen alle Details geklärt sein.

Die Deutsche Bank hatte Ende 2010 unter Führung des damaligen Bankchefs Josef Ackermann die Mehrheit an der Postbank mit ihren etwa 14 Millionen Kunden übernommen. Ackermann wollte damit sein stark auf das Kapitalmarktgeschäft fixiertes Haus im inländischen Privatkundengeschäft verstärken. In der weltweiten Finanzkrise war vor allem das Kapitalmarktgeschäft unter Druck geraten.