Zum Quaken: «Duckomenta» in Mannheim

Sie hat der Mona Lisa einen Entenschnabel verpasst und einen Saurier namens «Anatotitan mannheimensis» ausgebuddelt: Die Berliner Künstlergruppe «interDuck» präsentiert in Mannheim eine umfangreiche «Duckomenta».

Zum Quaken: «Duckomenta» in Mannheim
Uwe Anspach Zum Quaken: «Duckomenta» in Mannheim

Die Ausstellung im Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen (rem) lässt 5000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte mit einem Augenzwinkern passieren.

Unter dem Titel «Duckomenta - Weltgeschichte neu ENTdeckt» werden vom 13. September bis zum 24. April 2016 Nachbildungen von rund 300 Kunstwerken und archäologischen Funden gezeigt. Berühmten Werken wie der Mona Lisa und der Nofretete wurde ein Entenschnabel verpasst. In 20 Kapiteln werde Weltgeschichte nacherzählt, sagte Kuratorin Sarah Nelly Friedland. Los geht es bei frühen Entensauriern, Dötzi und der Venus von Willendorf, dann folgen Mumien, die Sphinx und eine Caesar-Büste, bis der Besucher schließlich bei «Zwei Enten in Betrachtung des Mondes», kubistischen Donald-Duck-Varianten und der Künstlergruppe «Die blaue Ente» anlangt.

Die Künstlergruppe «interDuck» hat das Enten-Paralleluniversum in den 1980er Jahren ins Leben gerufen und entdeckt seitdem immer neue Facetten der Anatiden, wie Entenvögel mit wissenschaftlichem Namen heißen. Die Besucher sollten die Scheu im Umgang mit Kunst verlieren, sagte «interDuck»-Geschäftsführerin Anke Doepner.

Als Remineszenz an Mannheim als Musikstadt fand ein Porträt von Elvis Ducksley Eingang in die «Duckomenta». Als Duck'n'Roll stellt die Ausstellung seinen Musikstil vor - und verspricht neben fetzigem Groove «neue Formen des Ententanzes». Zudem sei die Freiheitsstatue «in ihre ursprüngliche Entenform zurückgeführt» worden, sagte Friedland.

Einige Exponate wurden noch nie in Deutschland gezeigt, etwa das Gemälde «Ente mit dem Frettchen». Andere sind längst berühmt, etwa die eigenwillige Interpretation der Proportionsstudie von Leonardo da Vinci. Oft sind die Originale gut zu erkennen, etwa bei der «Ente mit dem Perlenohrring» von Jan Vermeer van Delft oder der riesigen «Marianne», wie das Gemälde «Die Freiheit führt das Volk an» von Eugène Delacroix auch genannt wird. Aus Vincent van Gogh wird in der «Duckomenta» Vincent van Dugh, der sich in schizophrenen Wahnvorstellungen «mal als Maus, mal als Ente» porträtiert haben soll. Quasi als Rausschmeißer ist Angie Duck aus dem Familienzweig der Angry Ducks zu sehen - mit ihrer staatsmännischen Gestik erinnert sie verdächtig an Angela Merkel.