Zum Zweiten: Bilderwechsel im Museum Frieder Burda

Baden (dpa) - Frieder Burdas Klassiker in neuem Licht: Im zweiten Teil der Jubiläumsschau dominieren Formen, Farben und Volumen - Malerfürsten mal anders kombiniert.

Zum Zweiten: Bilderwechsel im Museum Frieder Burda
Uli Deck Zum Zweiten: Bilderwechsel im Museum Frieder Burda

Zweiter Aufschlag zum zehnjährigen Bestehen des Museums Frieder Burda in Baden-Baden: Nach der ersten Schau im Sommer mit rund 100 hochkarätigen Werken vom deutschen Expressionismus bis zur Gegenwartskunst präsentiert das Museum ab Samstag (8. November) weitere Highlights aus seiner Sammlung. In der zweiten Ausstellung «40 I 10 Bilderwechsel» liegt der Akzent stärker auf zeitgenössischen Arbeiten - von Karin Kneffel über Neo Rauch, Isa Genzken, Markus Oehlen, Axel Hütte bis hin zu Marc Desgrandchamps.

Bis zum 15. Februar sind rund 50 Gemälde, Fotografien, Skulpturen sowie eine Videoarbeit von Bill Viola zu sehen. Kurator Helmut Friedel, der seit Sommer das Haus auch künstlerisch leitet, lässt die Klassiker der Sammlung wie Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, Pablo Picasso, Gerhard Richter oder Georg Baselitz in Dialog mit den Zeitgenossen treten. Dabei kommt es ihm nach eigenen Bekunden nicht auf einen kunsthistorischen Lehrparcours an: «Am stärksten ist ein Kunstwerk, wenn es emotional wirkt.» Formen, Farben, Volumen und Körper stehen im Vordergrund - mal gegenständlich, mal abstrakt.

So sind Aktdarstellungen verschiedener Epochen und Künstler gegenübergestellt: Eine Frauenbüste von Wilhelm Lehmbruck nach 1919 kontrastiert mit Picassos «Nu Couché» aus dem Jahr 1968 oder einer lesenden (nackten) Muter von Georg Baselitz (1998). Neben großformatigen Gemälden von Sigmar Polke sind erneut Hauptwerke vom teuersten deutschen Maler Gerhard Richter zu sehen - auch die in ungewohnter, aber inhaltlich logischer Umgebung: Neben einem Richter-Gemälde stehen zwei Beton-Fenster von Isa Genzken, der früheren Frau des Künstlers.

Frieder Burda, der mittlere von drei Söhnen des Verlegerehepaars Franz und Aenne Burda, hat in 40 Jahren eine Sammlung aufgebaut, die inzwischen rund 1000 Werke umfasst. Der 78-Jährige sammelt nicht nach bestimmten Strategien, sondern kauft, was ihm gefällt. Mit seinem populären Konzept hat Frieder Burda zuweilen Kritik geerntet - das Publikum liebt jedoch seine Ausstellungen: In zehn Jahren zählte das Museum zwei Millionen Besucher.