Zverev nach Sieg über Idol Federer im Finale von Halle

Mit dem größten Sieg seiner jungen Karriere hat Davis-Cup-Spieler Alexander Zverev seinem Tennis-Idol Roger Federer die Chance auf den neunten Titel in Halle genommen.

Zverev nach Sieg über Idol Federer im Finale von Halle
Friso Gentsch Zverev nach Sieg über Idol Federer im Finale von Halle

Der 19 Jahre alte Tennisprofi aus Hamburg gewann im Halbfinale gegen den Schweizer Rekordsieger überraschend 7:6 (7:4), 5:7, 6:3. Zverev zog zum zweiten Mal in ein Endspiel auf der ATP-Tour ein und greift nach einer starken Leistung am Sonntag (15.00 Uhr) nach seinem ersten Titel.

«Momentan verstehe ich das noch nicht ganz», sagte Zverev beim Siegerinterview auf dem Platz, nachdem er nach 2:06 Stunden seinen ersten Matchball verwandelt hatte. «Dass ich mit einem Sieg jetzt hier stehe, das konnte ich mir gestern noch nicht vorstellen.» Im Finale trifft das Toptalent auf den Österreicher Dominic Thiem oder den Bayreuther Florian Mayer.

«Ich spiele gut, aber er ist der beste Spieler aller Zeiten auf Rasen. Also mal schauen», hatte der Norddeutsche noch vor dem zweiten Duell mit Federer gesagt. Dann schien Zverev keinen zu großen Respekt zu haben. Im Tiebreak des ersten Satzes blieb der Weltranglisten-38. cool: Mit einem Ass holte er sich den ersten Satzball - den er gleich nutzte. «Die Jungen spielen in den wichtigen Punkten gefährlich, weil sie das Potential haben, die großen Schläge auszupacken», hatte Federer noch am Vortag gewarnt.

Der Ausnahmekönner aus Basel selbst erreichte nicht sein gewohnt druckvolles Spielniveau. Nach einer Knieverletzung und Rückenproblemen mangelt es ihm noch an Spielpraxis. Im zweiten Durchgang wehrte der Publikumsliebling dennoch nervenstark zwei Breakbälle von Zverev jeweils mit einem Ass ab und machte wenig später den Satzausgleich perfekt. Doch im dritten Durchgang schaffte Zverev mit dem Break zum 4:2 die Vorentscheidung. Vor vier Wochen in Nizza stand er erstmals in einem Endspiel auf der ATP-Tour.