Zverev siegt nach Regen - Kurz-Auftritt für Petkovic

Selbst eine fast fünfstündige Warterei im verregneten Wimbledon hat Hoffnungsträger Alexander Zverev nicht von seinem souveränen Zweitrunden-Einzug abgehalten.

Zverev siegt nach Regen - Kurz-Auftritt für Petkovic
Gerry Penny Zverev siegt nach Regen - Kurz-Auftritt für Petkovic

Als er zum insgesamt dritten Mal den Platz für seine Erstrunden-Aufgabe gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu betrat, machte der junge Hamburger kurzen Prozess und das 6:3, 6:4, 6:2 perfekt. Anders als die in nur vier Minuten erfolgreiche Andrea Petkovic konnte der 19-Jährige seine Partie nicht bereits am Mittag fortsetzen, sondern musste sich auch am Mittwoch noch eine kleine Ewigkeit gedulden.

Zwei gewonnene Sätze und einen klaren 3:0-Vorsprung im dritten Satz hatte sich der Davis-Cup-Spieler schon am Vortag herausgespielt, ehe das Match erst unterbrochen und dann verschoben wurde. Im zweiten Versuch packten der Norddeutsche und sein 15 Jahre älterer französischer Kontrahent Paul-Henri Mathieu wieder ihre Taschen, ohne einen Punkt gespielt zu haben. Grüne Planen bedeckten über weite Strecken die Rasenplätze.

Als es um 17.25 Uhr Ortszeit weiterging, ließ sich Zverev nur kurz bremsen, als das Netz aus der Verankerung riss und der Schiedsrichter es befestigen musste. Der Franzose Mathieu bereitete Zverev keine Probleme, der Norddeutsche nutzte nach 22 weiteren Spielminuten gleich seinen ersten Matchball.

Erst zum zweiten Mal nimmt das Ausnahmetalent an den All England Championships teil, bei seiner Premiere war für ihn in der zweiten Runde Schluss. Jetzt trifft Zverev als nächstes auf Michail Juschni aus Russland oder den Argentinier Horacio Zeballos. «Das Level in diesem Jahr und im letzten Jahr ist einfach ein Riesenunterschied», hatte der Finalist von Halle gesagt.

Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber und die frühere Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki durften am dritten Turniertag gar nicht auf den Platz, sie wurden vom berüchtigten Regen gestoppt. Ihre Zweitrunden-Partien wurden ebenso wie die von Mona Barthel, Anna-Lena Friedsam und Carina Witthöft auf den nächsten Tag verschoben.

Petkovic trifft als nächstes auf die Russin Jelena Wesnina. «Das ist auf jeden Fall ein schwieriges Los. «Man sieht, dass sie sich wohlfühlt», sagte die frühere Top-Ten-Spielerin. Sie selbst musste ihre «Liebe» zu dem grünen Belag erst finden. Noch nie ist sie über die dritte Runde in Wimbledon hinausgekommen.

Am Mittwoch war sie vor allem damit beschäftigt, ihre Vorbereitung auf die Verzögerungen abzustimmen. Den kurzen zweiten Teil ihres Erstrunden-Matches erledigte sie mit rund einer Stunde Verspätung nach nur sieben Ballwechseln. Dann stand ihr 3:6, 7:5, 6:2-Erfolg über die Japanerin Nao Hibino und der Einzug in die zweite Runde fest. Bei 5:1, 15:40 aus Sicht von Petkovic wurde die Partie der Fed-Cup-Spielerin im dritten Satz wieder aufgenommen.

«Es war echt stressig für mich, weil ich die Vorhersage kannte - und ich wusste, dass ich fertig werden muss», sagte Petkovic, als sie später über die Probleme der Tennisprofis bei Regen sprach und von Sarkasmus und Blödeleien in der Umkleidekabine berichtete. Die Warterei «gehört irgendwie zu Wimbledon», sagte die Fed-Cup-Spielerin, bedauerte aber auch: «Die Kommunikationspolitik ist sehr spontan, sie kämpfen um jede Minute.» Ihr Match ging schneller los als erwartet. So war sie gerade noch mit dem Essen beschäftigt, als sie sich bereit machen musste.

Als dritte deutsche Dame ist die Weltranglisten-104. Tatjana Maria in der ersten Runde ausgeschieden. Im Duell zweier Qualifikantinnen musste sich die 28-Jährige gegen Julia Boserup aus den USA 4:6, 6:0, 2:6 geschlagen geben. Die Partie war bereits am Vortag begonnen worden. Zuvor waren auch Laura Siegemund und Julia Görges in ihren Auftaktpartien gescheitert. Im vergangenen Jahr hatte Maria beim Rasen-Grand-Slam-Turnier die dritte Runde erreicht.