«Zwei Leben» geht ins Oscar-Rennen - «Oh Boy» nicht

Erneut soll ein Film über die DDR für Deutschland den Auslands-Oscar holen: German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, schickt den Film «Zwei Leben» von Regisseur Georg Maas ins Oscar-Rennen.

«Zwei Leben» geht ins Oscar-Rennen - «Oh Boy» nicht
Soeren Stache «Zwei Leben» geht ins Oscar-Rennen - «Oh Boy» nicht

Der Film erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer Deutschen, die in Norwegen lebt, nach dem Fall der Mauer aber von ihrer geheimen Stasi-Vergangenheit eingeholt wird. Die preisgekrönte Tragikomödie «Oh Boy» von Jan Ole Gerster ging damit leer aus - ebenso wie sieben weitere Bewerber.

«Der Film "Zwei Leben" überzeugt durch die Beleuchtung eines weitgehend unbekannten Strangs der deutschen Geschichte: der norwegischen Lebensborn-Kinder», heißt es in München in der Jury-Begründung. «Das Erbe des Dritten Reichs verzahnt sich auf schuldige Weise mit den Machenschaften des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Beeindruckend sind das intensive Zusammenspiel von Juliane Köhler mit Liv Ullmann und die ausdrucksstarke Kinematographie.»

Regisseur Georg Maas und die Produzenten des Films sind nach Angaben von German Films sehr glücklich über die Entscheidung. «Wir haben lange für diesen Film gearbeitet und freuen uns immens, dass "Zwei Leben" als deutscher Beitrag ins Rennen um den Oscar geht», hieß es in einer Mitteilung. Und weil der Film am 19. September in die Kinos komme, sei die Entscheidung auch genau zum richtigen Zeitpunkt gefallen. Die Vertriebsrechte für den Film sind bislang nach Frankreich, Israel und Polen verkauft worden. Beim «Audi Festival of German Films» in Australien, das vom Goethe-Institut und German Films organisiert wurde, erhielt «Zwei Leben» den Publikumspreis.

Neben «Zwei Leben» und «Oh Boy» hatten sich noch sieben weitere Filme für das Ticket nach Hollywood beworben: «Die Brücke am Ibar» von Michaela Kezele, «Der deutsche Freund» von Jeanine Meerapfel, «Freier Fall» von Stephan Lacant, «Heute bin ich blond» von Marc Rothemund, «Ritter Rost» von Thomas Bodenstein, «Schuld sind immer die anderen» von Lars-Gunnar Lotz und «Tore tanzt» von Katrin Gebbe.

Ob «Zwei Leben» es dann auch wirklich unter die fünf Oscar-Nominierten in der Kategorie «Bester nicht englischsprachiger abendfüllender Kinofilm» schafft, soll am 16. Januar 2014 feststehen, die große Oscar-Gala findet dann am 2. März statt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte German Films mit «Barbara» von Christian Petzold ein DDR-Drama nach Hollywood geschickt. Bei den Nominierungen ging der Film allerdings leer aus, er schaffte es nicht einmal auf die Shortlist. Im Jahr 2007 hatte das Stasi-Drama «Das Leben der Anderen» von Florian Henckel von Donnersmarck den Auslands-Oscar nach Deutschland geholt.