Zweite Runde der Parlamentswahlen in Mali

Im westafrikanischen Mali gehen die Parlamentswahlen heute in die zweite Runde. Im ersten Wahlgang am 24. November hatten nur 20 Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielt und sich einen der 147 Sitze im Parlament gesichert.

Zweite Runde der Parlamentswahlen in Mali
Maurizio Gambarini Zweite Runde der Parlamentswahlen in Mali

Nun müssen die Malier erneut an die Urnen. Das von Chaos und Konflikt gebeutelte Land versucht eineinhalb Jahre nach einem folgenschweren Putsch einen weiteren Schritt hin zu Demokratie und Stabilität zu gehen. Bereits Anfang September war Ibrahim Boubacar Keita als neuer Präsident vereidigt worden.

Die Beteiligung im ersten Wahlgang war gering und lag offiziellen Angaben zufolge bei nur 38,6 Prozent. Jedoch hatten Beobachter zuvor mit noch weniger Andrang gerechnet. Grund ist die nach wie vor sehr angespannte Sicherheitslage im Norden. Islamisten und Tuareg-Kämpfer hatten nach dem Staatsstreich weite Teile der Wüstenregion unter ihre Kontrolle gebracht. Erst Anfang dieses Jahres konnten sie durch französische und afrikanische Soldaten zurückgedrängt werden.

Einer, der sich bereits einen Sitz im Parlament gesichert hat, ist Ex-Finanzminister Soumalia Cissé. Er wollte zunächst Präsident werden, hatte aber im August in einer Stichwahl gegen den jetzigen Staatschef Keita verloren. Zudem schafften zwei ehemalige Tuareg-Rebellen schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Sie waren auf der Liste von Keitas Partei «Rally für Mali» (RPM) angetreten - eine Entscheidung, die bei den Wählern sehr umstritten war.