Zweite Terrorgruppe bekennt sich zu Klinik-Bombe in Pakistan

Nach der Terrormiliz Islamischer Staat hat eine zweite Extremistengruppe den Selbstmordanschlag vor einer Klinik in der südwestpakistanischen Stadt Quetta für sich reklamiert.

Zweite Terrorgruppe bekennt sich zu Klinik-Bombe in Pakistan
Fayyaz Ahmed Zweite Terrorgruppe bekennt sich zu Klinik-Bombe in Pakistan

Der Sprecher der Talibangruppe Jamaat ul Ahrar, Ehsanullah Ehsan, erklärte in einer E-Mail an verschiedene Medienhäuser, die Gruppe habe den Anschlag verübt. «Heute Morgen haben wir zuerst einen Angriff auf den Chef der Anwälte-Vereinigung verübt, um ihn zur Hölle zu schicken.

Später, als Anwälte (vor der Klinik) protestierten, haben wir einen Selbstmordattentäter geschickt, der mehrere Anwälte und Regierungsbeamte getötet hat», hieß es in der Stellungnahme. Die Angriffe gingen weiter, bis Pakistan ein Staat unter islamischer Scharia-Gesetzgebung sei.

Zuvor hatte sich eine IS-nahe Quelle zu Wort gemeldet und gesagt, der Islamische Staat beanspruche den Angriff für sich. Bei der gewaltigen Detonation waren mindestens 70 Menschen getötet und etwa 200 weitere verletzt worden.

Jamaat ul Ahrar ist eine der brutalsten Extremistengruppen des Landes. Auf ihr Konto geht auch der Anschlag auf einen Park voller Familien in der ostpakistanischen Stadt Lahore Ende März. 74 Menschen waren damals getötet worden, darunter Dutzende Kinder.

Es ist in Pakistan üblich, dass mehrere Extremistengruppen ein und denselben Anschlag verübt haben wollen. Behörden wollten sich zu beiden Bekenntnissen zunächst nicht äußern.