Zyklon-Zerstörung in Vanuatu: «Schrecklicher Anblick»

Mehrere Tage nach der Zyklon-Katastrophe in der Südsee haben Nothelfer erstmals die besonders schwer verwüsteten Inseln erreicht. 32 000 Menschen auf Tanna und Erromango waren seit dem Durchzug von Zyklon «Pam» am frühen Samstag auf sich selbst gestellt.

Bei Aufklärungsflügen hatten Helfer die verheerenden Schäden bislang nur aus der Luft sehen können.

«Die Teams haben Erste-Hilfe-Material dabei, Medikamente, Trinkwasser, Nahrungsmittel und Zeltplanen», sagte Colin Collett van Rooyen von der Hilfsorganisation Oxfam. «Das medizinische Personal bleibt zunächst vor Ort, um sofort zu helfen.» Die anderen wollten sich ein Bild davon machen, wie groß die Not ist und was am nötigsten gebraucht wird. Sie wollten am Mittwoch in die Hauptstadt Port Vila zurückkehren, um die Hilfe von dort zu koordinieren.

«Pam» zog in der Nacht zu Samstag über den Inselstaat im Südpazifik. Es war nach Angaben von Meteorologen einer der gewaltigsten Wirbelstürme, den die Region je erlebt hat. Der Wind wütete zeitweise mit Geschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometern in der Stunde und riss alles fort: Dächer, Hauswände, Bäume, Strommasten. Auch in Port Vila ist die Zerstörung verheerend, wie Einwohner berichteten. 90 Prozent der Häuser sind beschädigt.

Aus Australien und Neuseeland wurden bereits tonnenweise Hilfsgüter in die Hauptstadt geflogen. Die Weiterverteilung stockte bislang, weil unklar war, mit welchen Maschinen die anderen Inseln angeflogen werden können. Die meisten Landepisten sind in Strandnähe und wurden überspült. «Auf einigen Inseln ist die Landepiste noch intakt, auf anderen nicht», sagte Australiens Außenministerin Julie Bishop. Sie werde die Zyklon-Hilfe deutlich aufstocken.

Bishop zeigte sich schockiert vom Ausmaß der Verwüstung. «Nach unseren Informationen zeigen diese Bilder der Aufklärungsflieger eine weitreichende Zerstörung. Nicht nur die Gebäude sind zerstört, auch Plantagen und Bäume - ein schrecklicher Anblick», sagte sie.

Nach Angaben der Katastrophenbehörde kamen mindestens 24 Menschen ums Leben. Von den abgelegenen Inseln gab es allerdings noch keine Opferzahlen. Mehr als 3000 Menschen wurden in Port Vila in Notlagern betreut.