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Name soll in Erinnerung bleiben

VonPaulina JasmerDrei Gedenktafeln der Familie von Maltzahn begeben sich auf ihre letzte Reise – ehe sie in Wodarg ihren endgültigen Platz finden. Hinter ...

Steinmetz Mirko Renger aus Altentreptow verlädt die drei Gedenktafeln der Familie von Maltzahn, die am kommenden Sonntag feierlich – im Rahmen eines Gottesdienstes – in Wodarg eingeweiht werden sollen.[KT_CREDIT] FOTO: P. Jasmer

VonPaulina Jasmer

Drei Gedenktafeln der Familie von Maltzahn begeben sich auf ihre letzte Reise – ehe sie in Wodarg ihren endgültigen Platz finden. Hinter dieser Idee des Gedenkens verbirgt sich eine bewegte Familiengeschichte.

Altentreptow/Wodarg.Mirko Renger sichert die Gedenktafeln – jede wiegt etwa 100 Kilogramm – akribisch auf seinem Transporter. An die drei Wochen hat er allein für die reine Fertigung gebraucht. Und nun macht er mit den drei Tafeln aus dunklem Granit – zum Gedenken an die Familie von Maltzahn – auf nach Wodarg.
Der Kirchengiebel wurde extra neu verputzt, damit die Tafeln dort angebracht und am kommenden Sonntag, um 10 Uhr, auch festlich eingeweiht werden können.
Hinter dieser Idee der Gedenktafeln steckt eigentlich ein wahrlich steiniger Weg der Familie von Maltzahn, die ihren Stammsitz seit dem Mittelalter in Gültz hatte – mit einer Unterbrechung von 1569 bis 1646 –, erzählt Gerhard von dem Hagen, der in Niedersachsen lebt und als Verwandter zu diesem deutschen Uradelsgeschlecht gehört.
Sein Urgroßvater Helmuth von Maltzahn war damals der Besitzer der Gültzer Gutes und kaufte neben dem Gut Schossow im Jahr 1881 auch die Güter in Wodarg und Werder, die später einer seiner Söhne, nämlich Gerhard von Maltzahn, übernahm.
So kam es, dass die Familie von Maltzahn 1907 in Wodarg heimisch geworden ist – auch zahlenmäßig: Gerhard von Maltzahn und seine Frau Helene, geb. von Borcke, schenkten zwölf Kindern das Leben. Und gerade um dieses Familienleben in Wodarg geht es den heutigen Angehörigen, die deshalb jetzt drei Gedenktafeln aufstellen lassen. Eine mit den Namen der Eltern und zwei mit den Namen der zwölf Kinder. Denn eitel Sonnenschein herrschte für die Familie in Wodarg keineswegs immer.
Durch Krieg und die Nachkriegszeit sind Eltern und Kinder vom Gut vertrieben worden und es habe zudem das Verbot gegolten, ihren Namen nennen zu dürfen, fügt Gerhard von dem Hagen hinzu.
Im September 1942 war es noch einmal – und zwar letztmalig – zu einem großen Familientreffen der von Maltzahn in Wodarg gekommen. Danach zerrissen die Kriegswirren die Familie von Maltzahn, die sich in alle Ecken des Landes verstreute – und dies bis heute noch ist.
1945 musste die Familie ihre Heimat in Wodarg verlassen und ist nach Niedersachsen geflohen. Seitdem gibt es in Wodarg keine Familie von Maltzahn mehr.
Und die Angehörigen, auch Gerhard von dem Hagen, wollen verhindern, dass er Name ganz aus der Wodarger Erinnerung verschwindet. „Deshalb die Gedenktafeln“, so Gerhard von dem Hagen, der sich übrigens am Sonntag auch sehr freut, wenn viele Wodarger zur feierlichen Einweihung vorbeischauen.
Übrigens, vier Töchter der zwölf Wodarger Kinder der von Maltzahn sind am kommenden Sonntag auch dabei. Über 90-jährig nehmen sie die lange Reise auf sich, um der neuen Zäsur in der eigenen Familiengeschichte beizuwohnen.

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p.jasmer@nordkurier.de