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Navi, Tupperdosen und eine lange Schatzsuche

Geocaching ist der neue Freizeittrend. Überall jagen Schatzsucher verborgene Kisten und Dosen. Die beiden Volontärinnen Anne-Marie Maaß und Anja Rau haben ...

Geocaching ist der neue Freizeittrend. Überall jagen Schatzsucher verborgene Kisten und Dosen. Die beiden Volontärinnen Anne-Marie Maaß und Anja Rau haben sich in Anklam auf den Weg gemacht und das neue Hobby getestet.

Vorpommern.Wieso laufen erwachsene Menschen in ihrer Freizeit mit einem Navigationsgerät durch den Busch und suchen mittels Koordinaten und GPS-Signal versteckte „Schätze“ im Unterholz? Weil es Spaß macht. Geocaching, die Schatzsuche für Erwachsene, ist der neue Freizeittrend. Gut verborgen vor der nichts ahnenden Bevölkerung sind auch in Vorpommern nahezu überall Nachrichten versteckt. Gut aufbewahrt in Tupperdosen, Flaschen oder sogar Plastetonnen. In der Fachsprache heißen diese Nachrichten Caches. Ihre genauen Koordinaten sind im Internet zu finden. Also kurz auf die offizielle Webseite geschaut, Daten ins Navigationsgerät eingegeben und los geht die Suche. Wir testen den Spaß im Anklamer Stadtpark.

Navi einstellen, Schatz
finden – soweit die Theorie
Hier erwartet uns ein „Multicache“ – dabei führt uns ein Rätsel mittels Koordinaten quer durch den Park. Der Blaue Pfeil auf dem Display des Navis weist uns nahezu punktgenau den Weg. Gerade einmal vier Meter kann das Signal technisch abweichen. Da sind wir selber eher die größere Fehlerquelle. Denn Hinweise an Sträuchern, Bänken und Bäumen müssen entdeckt, Buchstaben und Zahlen richtig kombiniert werden – und am Ende winkt der finale Schatz.
Soweit die Theorie.
Bereits die zweite Station im Park mit dem schönen Namen „Immergrün“ lässt uns hadern. Mitten im Gestrüpp suchen wir eine winzig kleine Phiole. Bald zweifeln wir. Es hilft nichts, wir brauchen einen Hinweis. Dieser ist passenderweise bereits auf dem Ausdruck der Webseite für jede Station im Stadtpark in einer Geheimschrift verzeichnet. So kommen auch wir Laien ans Ziel. „Va Nhtraubrur“ heißt der vielsagende Tipp. Übersetzt: Augenhöhe. Ein wertvoller Hinweis. Zudem grenzt auch noch eine Nahaufnahme des Verstecks das Suchgebiet ein. Ohne das Bild würden wir wahrscheinlich immer noch im Grünen stehen. Nun aber ziehen wir eine winzig-kleine Schatulle hervor – in ihr ein Zettel mit dem Hinweis für die Endaufgabe und die nächste Station.
Zugegeben, beim Namen „der König der Tiere“ wären wir auch ganz ohne Koordinaten zielsicher bei der Löwenstatue angekommen. Aber was gilt es, in ihrer Umgebung nun zu suchen? Der Hinweis aus der Phiole, die wir zuvor gefunden haben, hilft. So können wir auch noch die letzte Zahl für die Zielkoordinate ermitteln und ins Navi eingeben. Auch für den Breitengrad steht uns eine Rechenaufgabe bevor. Dann erreichen wir das Finale.

Geocaching ist
natürlich Ehrensache
Nach etwas Suchen – mittlerweile ist unser Auge für Verstecke geschult – finden wir den Cache. Aus der Metallbüchse ziehen wir eine Spielzeugfigur, ein rotes, herzförmiges Steinchen, eine sehr praktische kleine Taschenlampe und natürlich das Logbuch samt Bleistift. Dort tragen sich alle Finder ein, ehe sie es zurück in den Dose legen, den Cache verschließen und an seinem Fundort wieder verstecken. Zuvor darf aber noch getauscht werden. Bis auf das Logbuch kann man einen Gegenstand aus der Dose entnehmen und einen anderen hineinlegen. Aber Vorsicht: Geocaching ist Ehrensache, nur wenigstens gleichwertige Gegenstände sollen getauscht werden. Einen niedrigeren Wert zu hinterlassen, ist verpönt. Da wir kein geeignetes Tauschobjekt bei uns haben, legen wir alle gefundenen Gegenstände samt dem Logbuch natürlich wieder zurück und verstecken die Dose an ihrem Fundort für den nächsten Suchenden.
Viele andere Ort in Vorpommern warten noch darauf, entdeckt zu werden. So schnell wird es sicher nicht langweilig. In Anklam und einem Umkreis von 10 Kilometern sind ganze 97 „Caches“ versteckt, in der Region um Jarmen sind es 86 Caches. Heringsdorf erreicht aber mit 343 Caches in einem 20 Kilometer-Umkreis den Rekord. Das sind zahlreiche Möglichkeiten, um einen ganz anderen Sonntagsspaziergang zu planen.