Großbaustelle in Neubrandenburg:

240 Pfähle sollen dem Engels-Ring Halt bieten

Ein wichtiges Etappenziel der Baustelle auf dem Neubrandenburger Friedrich-Engels-Ring ist geschafft: 120 dicke Betonzylinder stecken im Boden. Jetzt stehen öfter Ampelpausen für die Autofahrer an, wenn die Betonmischer anrollen.

Zwei Betonpumpen waren am Dienstag auf der Baustelle am Engelsring im Einsatz, um den Brückenüberbau des ersten Abschnitts zu gießen.
Jörg Franze Zwei Betonpumpen waren am Dienstag auf der Baustelle am Engelsring im Einsatz, um den Brückenüberbau des ersten Abschnitts zu gießen.

Hände trommeln aufs Lenkrad, Augen fixieren die rote Ampel – mancher Autofahrer musste am Dienstag auf dem Neubrandenburger Friedrich-Engels-Ring einen ungeplanten Zwischenstopp verkraften. Insgesamt 46 Mal wurde die Bedarfsampel vor der Baustelle Moorbrücke auf Rot geschaltet. Immer dann, wenn ein Betonmischer seine Fracht an die Pumpen weitergegeben hatte und wieder auf den Ring fahren wollte, mussten die Fahrzeuge auf Neubrandenburgs größtem Kreisverkehr kurz halten. Doch binnen 30 Sekunden war zumeist alles vorbei, so dass es im Laufe des Tages keine größeren Staus gab. Nur einmal musste die rechte Fahrspur für längere Zeit gesperrt werden, damit ein Tieflader seine Fracht loswerden konnte.

Alle Pfähle für die neue Moorbrücke sind in der Erde

„Der Zeitplan und die Baustelle sind sehr eng gestrickt, da müssen wir uns mit der Ampel auch mal den notwendigen Platz verschaffen“, erklärt Peter Baumgarten vom Straßenbauamt Neustrelitz. Dass die Betonmischer anrollen, ist das Zeichen, dass ein wichtiges Zwischenziel der Baustelle geschafft ist – alle Pfähle für die neue Moorbrücke sind in der Erde, zumindest auf einer Hälfte des Engels-Rings. Jetzt sollen nach und nach die fünf Bauabschnitte, in die man die rund 220 Meter lange Baustelle eingeteilt hat, mit einem sogenannten Brückenüberbau – also einer dicken Schicht Beton mit Bewehrung – versehen werden, erläutert Brückbau-Fachmann Baumgarten.

Die neue Moorbrücke, die nach 50 Jahren das alte Bauwerk ersetzt, ruht insgesamt auf 240 dicken Betonzylindern mit jeweils knapp 90 Zentimetern Durchmesser. Die Hälfte davon wurde in den zurückliegenden Wochen in den Boden gebohrt. „Wir können froh sein, dass wir einen milden Winter hatten“, zeigt sich  Baumgarten erleichtert. Wenn das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, würde man wohl deutlich hinter dem Zeitplan zurückliegen.

Anordnung der Baustelle stellt Herausforderung dar

Nicht nur der Untergrund, auch die Anordnung der Baustelle stelle eine Herausforderung dar. „Es geht hier enger zu als auf anderen Baustellen“, so Baumgarten. Der Platz für die Arbeiten selbst wie auch für den An- und Abtransport des Materials sei begrenzt. „Bei jeder Pfahlbohrung fielen zum Beispiel rund zehn Kubikmeter komplett durchnässter Erde an. Die konnte nicht gleich auf den Lkw, sondern musste erst mal trocknen“, verdeutlicht er eines der Probleme.

Wenn alles klappt, sind die Bauleute Ende Juli/Anfang August mit der Erneuerung der einen Hälfte des Engels-Rings zwischen Lessing- und Neustrelitzer Straße fertig. Dann wechselt die Baustelle auf die Innenspuren.

Gut sechs Millionen Euro investiert das Straßenbauamt insgesamt, um Neubrandenburgs wichtigsten Verkehrsweg an dieser Stelle wieder fit für die rund 35  000 Fahrzeuge pro Tag zu machen, die hier entlangrollen. Das neue Brückenbauwerk unter der Erde sei auf 90 Jahre Haltbarkeit ausgelegt, so Peter Baumgarten. Damit haben die Autofahrer nach Ende der Bauarbeiten im Sommer 2016 wohl an dieser Stelle erst mal Ruhe.