Tödlicher Arbeitsunfall im Windpark Loickenzin:

29-Jähriger bei Windrad-Bau von Werkzeug erschlagen

Ein junger Mann ist auf der Baustelle einer Windkraftanlage von einem herabfallenden schweren Gegenstand am Kopf getroffenen worden. Er erlag wenig später seinen Verletzungen.

Der in Bau befindliche Windmast bei Loickenzin spiegelt sich in einer Autoscheibe wider. Im Inneren der Windkraftanlage gab es am Donnerstag einen tödlichen Unfall.
Paulina Jasmer Der in Bau befindliche Windmast bei Loickenzin spiegelt sich in einer Autoscheibe wider. Im Inneren der Windkraftanlage gab es am Donnerstag einen tödlichen Unfall.

Entsetzen herrschte am Donnerstag auf dem Windpark-Areal bei Loickenzin. Beamte der Kriminalpolizei waren angereist. Der Grund war tragisch: Am Morgen war ein 29-jähriger Monteur von einem herunterfallenden Werkzeug getroffen und schwer verletzt worden.

Die Windkraftmonteure waren zuvor mit dem Aufbau einer Windkraftanlage, an der noch das Maschinenhaus fehlte, beschäftigt, erklärte Carolin Radloff, Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. Die Anlage war zum gegenwärtigen Zeitpunkt 90 Meter hoch. Auf einer Plattform in 60 Meter Höhe standen drei Arbeiter – unter ihnen das 29-jährige Unfallopfer. Nach Recherchen des Nordkurier stammt der Mann aus Bulgarien.

Werkzeug aus 90 Meter Höhe herabgestürzt

Ein weiterer Monteur soll sich in 90 Meter Höhe befunden haben, um das letzte Element für die Anlage vom Kran zu trennen. Aus dieser Höhe sei aus bisher unbekannten Gründen ein sogenannter Justier-Pin herabgefallen und habe den 29-Jährigen getroffen, hieß es. Obwohl er einen Helm getragen haben soll, erlitt er nach Polizeiangaben schwerste Kopfverletzungen und musste von seinen Kollegen abgeseilt werden, um medizinisch versorgt werden zu können. Diese Rettungsaktionen lernen die Monteure während ihrer Ausbildung, um einen verletzten oder in Not geratenen Kollegen aus dem Turm befreien zu können.

Gegen neun Uhr haben Zeugen aus der Umgebung Blaulicht auf dem Gelände des Windparks gesehen. Der alarmierte Notarzt fand den Mann am Boden vor und konnte ihn dort auch behandeln, wie Haidrun Pergande, Sprecherin des Landeskreises – zu der auch die Rettungsleitstelle gehört – auf Nachfrage bestätigte. Nach Polizeiangaben erlag der Mann allerdings später seinen Verletzungen. 

Ob es einen Baustopp für die weitere Arbeit an der Windkraftanlage gegeben hat, konnte Carolin Radloff nicht sagen. Nach Informationen des Nordkurier sollen sich die übrigen Monteure allerdings am Donnerstag zunächst geweigert haben, weiterzuarbeiten. Sie haben warten wollen, bis die Polizei ihre Untersuchungen vor Ort abgeschlossen hat.

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