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Neubrandenburgerin probiert 30 Jahre altes Pflaumenkompott

Rekordverdächtig: Eine 77-Jährige hat in ihrem Keller längst vergessene Gläser mit Eingewecktem gefunden - und dann den Inhalt getestet.

Todesmutig: Die Rentnerin Brigitte Müller probiert die längst vergessenen Pflaumen.
Thomas Beigang Todesmutig: Die Rentnerin Brigitte Müller probiert die längst vergessenen Pflaumen.

Beim Ausräumen der alten Wohnung entdeckten die fleißigen Helfer der Neubrandenburger Rentnerin Brigitte Müller in der hintersten Ecke des Kellers der alten Dame etliche Gläser mit Eingewecktem. Tüchtig vollgestaubt, aber, dem ersten Anschein nach, unversehrt. Kein Schimmel zu entdecken. Und, ganz klar zu erkennen, voller Pflaumen.

Großes Erstaunen bei der Seniorin. Davon, erzählt sie, habe sie nichts mehr gewusst. Auf alle Fälle, so legte die Neubrandenburgerin ihren Umzugshelfern ans Herz, müssen die Gläser mit umziehen, in die neue Wohnung, in den neuen Keller.

Die Stunde der Wahrheit schlägt

Am Freitag holte nun Brigitte Müller eines der vergessenen Gläser aus dem Keller und stellte es auf den Küchentisch. „Früher habe ich viel eingeweckt“, erinnert sich die 77-Jährige. Aber – die Zeiten sind längst vorbei. „Mitte der 80-er Jahre sind wir in die Pfaffenstraße gezogen. Und seitdem“, die Rentnerin schüttelt mit dem Kopf, „habe ich nichts mehr eingekocht, nur noch eingefroren.“ Also, die Neubrandenburgerin rechnet nach, müssten die Pflaumen mindestens 30 Jahre alt sein.

Mit einem Schraubenzieher wird der auf dem Einweckgummi fest sitzende Deckel geöffnet. Freiheit nach 30 Jahren! Brigitte Müller schnuppert. „Riecht etwas sauer“, so ihr Urteil. Jetzt kommt der kleine Kaffeelöffel zum Einsatz. Erst ein bisschen Saft, zur Probe. Todesmutig probiert die Neubrandenburgerin. „Gar nicht schlecht“, lautet das Urteil, „schmeckt sogar noch nach Pflaume.“ Jetzt passiert‘s: Eine halbe Pflaume, sehr weich in der Konsistenz, landet erst auf dem Löffel und dann auf der Zunge. Und? „Kann man noch essen“, so die ältere Dame.