Neue Erkenntnisse zu Arbeitsunfall:

30-Kilo-Bolzen war schuld

Der 29-jährige Bulgare, der kürzlich im Windpark Loickenzin tödlich verunglückte, ist nicht von einem Werkzeug, sondern von einem Bolzen getroffen worden. Und dieser wog beträchtlich mehr als zunächst vermutet.

Die im Bau befindliche Windkraftanlage bei Loickenzin spiegelt sich in einer Autoscheibe. Hier hatte es am vergangenen Donnerstag einen tödlichen Arbeitsunfall gegeben.
Paulina Jasmer Die im Bau befindliche Windkraftanlage bei Loickenzin spiegelt sich in einer Autoscheibe. Hier hatte es am vergangenen Donnerstag einen tödlichen Arbeitsunfall gegeben.

Tage nach dem Arbeitsunfall im Windpark bei Loickenzin werden nun langsam weitere Details zu dem Vorfall bekannt: So ist der 29-jährige Monteur nicht von einem Werkzeug getroffen worden, sondern von einem Bolzen, sagte Staatsanwältin Beatrix Komning auf Nachfrage des Nordkurier.

In der vergangenen Woche war ein junger Monteur aus Bulgarien beim Aufbau einer Windkraftanlage von einem Gegenstand getroffen worden. Der Bolzen war aus 90 Meter Höhe abgestürzt und hatte den Mann getroffen, der auf einer Plattform in 60 Meter Höhe arbeitete. Das Unfallopfer musste von seinen Kollegen abgeseilt werden. Auf Grund seiner schweren Kopfverletzungen war er noch am gleichen Tag gestorben.

Die Polizei war nach ersten Erkenntnissen von einem gut drei Kilogramm schweren Justier-Pin ausgegangen, der den Mann am Kopf getroffen haben soll. Jetzt gehen die Ermittler von einem 30-Kilogramm-Bolzen aus. Warum sich dieser lösen und dann herunterfallen konnte, steht hingegen noch nicht fest, so die Staatsanwältin. Im Zuge dieser ersten Ergebnisse habe laut Komning das Ministerium für Gesundheit und Soziales – darunter fällt auch die Abteilung Arbeitsschutz – ein Gutachten in Auftrag gegeben. Bis dies abgeschlossen ist, würden noch einige Wochen verstreichen.

Der Leichnam des jungen Mannes sei indes freigegeben worden. Ob und wann er in die Heimat des jungen Monteurs überführt wird, konnte Beatrix Komning nicht sagen.