Das sagt die Bußgeldstelle:

Allzu viel bringt Blitzen gar nicht ein

Was können Starenkästen ausrichten? Nichts, sagen diejenigen, die gern sportlich unterwegs sind. Viel, sagt die Behörde.

Einer der stationären Blitzer am Neubrandenburger Pferdemarkt.
Bärbel Gudat Einer der stationären Blitzer am Neubrandenburger Pferdemarkt.

Wer viel mit dem Autos unterwegs ist, kennt auf seiner Hausstrecke schon die beliebtesten Blitzer­stellen. Meist gut getarnt ­hinter großen Sträuchern oder Vorsprüngen stehen die kleinen mobilen Kästen. „Moderne Wegelagerer“ oder „Abzocke“ nennen diejenigen, die gern schnell auf den Straße unterwegs sind, diese Aktionen. Radiosender werben damit, am schnellsten vor aktuellen Blitzern zu ­warnen. Die Listen sind oft lang. Manchmal wird der Blitzer gerade erst aufgebaut, da ist er bereits von einem Anrufer gemeldet.

Neubrandenburg plant für 2014 Bußgelder von 950 000 Euro

Die Mitarbeiter der Bußgeldstellen argumentieren gerade wegen dieser Aktionen mit dem Sicherheitsaspekt. Sicher gebe es auch Planvorgaben für Einnahmen, bestätigt Bodo Krumbholz, Leiter der Bußgeldstelle im Landkreis. Neubrandenburg zum Beispiel plant für 2014 Bußgelder von 950 000 Euro. Das sei wieder „optimistischer“ im Gegensatz zu jenen „mageren“ Bußgeldern, die 2013 bislang tatsächlich eingenommen wurden, sagt der Abteilungsleiter für Ordnung und Gewerbe, Jörg Schmiedel.

Die meisten sind nur 10 km/h zu schnell

Das Wissen um den Blitzer lässt die meisten Autofahrer von ganz allein die Ge­schwindigkeit reduzieren. Von den fast eine Million kontrollierten Fahrzeugen in den drei Altkreisen der Mecklenburgischen Seenplatte fuhren im vergangenen Jahr 93 Prozent der Fahrer vernünftig. Nur sieben Prozent bekamen Bußgeldbescheide und mussten zahlen. Die meisten hatten nur bis zu zehn Kilometer pro Stunde zu viel drauf. Mit 50 bis 60 Kilometer pro Stunde fuhren 178 in eine der mobilen Radarfallen.

Aber es geht auch noch schneller. Im Altkreis Demmin wurden im vergangenen Jahr vier Autofahrer erwischt, die die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um 60 Kilometer pro Stunde oder mehr überschritten, in Mecklenburg-Strelitz 14 und im Müritzkreis sogar 38.

20 stationäre Blitzer

An Unfallschwerpunkten werden feste Anlagen in­stalliert. Im gesamten Landkreis gibt es 20 solcher ­Stationen. Nicht immer ­waren alle bereit für Fotos. Es gab im vergangenen Jahr nur neun Kameras, damit ist im Prinzip nur jeder zweite Starkasten auch scharf.

Mit stationären Blitzern wird auch in Neubrandenburg gearbeitet. Die Pferdemarktkreuzung war vor gut zehn Jahren ein Unfallschwerpunkt, deshalb wurde ein Blitzer aus Richtung Demminer Straße installiert. Anfangs sorgte er für viele Diskussionen, von wegen „Abzocke“. Doch das Ergebnis spricht Bände: Die Pferdemarktkreuzung gehört nicht mehr zu den sogenannten Unfallhäufungsstellen. Davon sprechen die Fachleute, wenn an Kreuzungen oder Einmündungen in einem Jahr mehr als fünf gleichartige Unfälle passieren.

Eins macht die Statistik noch deutlich: Im Landkreis verursachen nicht mehr die Fahranfänger die meisten und schwersten Unfälle. Es sind jetzt die über 55-Jährigen. Sie führten die Unfallbilanz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im vergangenen Jahr an.

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