Der Lebensretter vom Straßendienst:

Als Helfer in der Not fackelt Maik nicht lange

Ein Unfall in dunkler Nacht: Straßenwärter Maik Makollus hat das am Montag erlebt und geistesgegenwärtig gehandelt. Wie hilfsbereit der Winterdienst-Fahrer ist, hatte er im vergangenen Jahr schon einmal unter Beweis stellen können.

So sieht ein Ersthelfer aus: Während er die Straße von Eis und Glätte befreite, kam Straßenwärter Maik Makollus auf einen Unfall zu - und half sofort.
Paulina Jasmer So sieht ein Ersthelfer aus: Während er die Straße von Eis und Glätte befreite, kam Straßenwärter Maik Makollus auf einen Unfall zu - und half sofort.

Als er all das Blut sah, zuckte der Schreck durch seine ­Glieder: An den Montagmorgen wird sich der 33-jährige Maik Makollus wohl noch lange erinnern können. Denn der Straßenwärter der ­Straßenmeisterei Neubrandenburg war gegen fünf Uhr auf der Straße Friedland Richtung Salow unterwegs und streute, als er auf einen Unfall zukam. Ein Auto war auf eis­glatter Fahrbahn von der Straße abgekommen, zwischen zwei Bäumen hindurchgeprescht und am Radweg zum Stehen gekommen. Geistesgegenwärtig griff Maik Makollus zur Taschenlampe, „denn es war ja stockfinster“, sagt der Neustrelitzer.

Der Mann im Unfallauto war ansprechbar. „Aber seine sein Hand war voller Blut, ich hatte schon Angst, dass er seinen Finger verloren hat“, beschreibt Maik Makollus die Situation. Er ist als Ersthelfer ausgebildet. Aber schnell wurde klar: Der Mann hatte offenbar eine Verletzung am Kopf und war mit der Hand an die Wunde gekommen. Das Blut war schon angetrocknet. Doch der Verunglückte schien unter Schock zu stehen. Umgehend waren die Rettungskräfte alarmiert. „Ich hin bei ihm geblieben und habe ihm gut zuredet“, sagt der Neustrelitzer.

Nach der Hilfe die Straße freigeräumt

Seit gut zehn Jahren ar­beitet der 33-Jährige bei der Straßenmeisterei Neubrandenburg. Herzklopfen habe er bei der Aktion in den frühen Morgenstunden nicht gehabt, stellt er klar. „Man ist ja fokussiert“, erklärt Maik Makollus. „Ich habe Beistand geleistet.“ Das sei das einzig Wichtige in dem Moment ­gewesen.

Als die Rettungskräfte schließlich eingetroffen waren, stieg Maik Makollus wieder in sein Winterdienst-Fahrzeug und fuhr weiter. Er mag seinen Beruf sehr gern. Und schließlich galt es ja, die Straße fix freizubekommen. Denn dieser Unfall war doch ausgerechnet auf „seiner“ zu beräumenden Strecke passiert. Aber überall könne er nicht sein, sagt Maik Makollus bedauernd. Und während seiner Hilfe am Unfallort blieb eben auch die Straße ungestreut – damit mussten die Autofahrer eben leben.

Hilfsbereitschaft ist Ehrensache

Für den 33-Jährigen ist Hilfsbereitschaft übrigens Ehrensache. Bereits im vergangenen Jahr berichtete der Nordkurier über den jungen Mann. Damals hatte er eine gestohlene Handtasche im Graben am Ortsausgang Burg Stargard Richtung Bargensdorf gefunden und über viele Umwege die Besitzerin ausfindig machen können. So konnte Maik Makollus die Tasche einer Burg Stargarderin wieder zurückgeben.

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