Keine Gnade für Elfgeschosser im Gagarin-Ring:

Am Hochhaus-Abriss wird nicht gerüttelt

Bis zum Frühjahr werden die beiden Elfgeschosser in der Neubrandenburger Oststadt wohl leer gezogen sein. Noch 2015 könnte es mit dem Abriss losgehen.

Im Frühsommer 2014 hat man sich bei der Neuwoges zu einem Abriss der beiden Elfgeschosser im Gagarinring, die wie ein einziges langes S-förmig geschwungenes Haus aussehen, durchgerungen. Eine Sanierung wäre zu teuer geworden.
Andreas Segeth Im Frühsommer 2014 hat man sich bei der Neuwoges zu einem Abriss der beiden Elfgeschosser im Gagarinring, die wie ein einziges langes S-förmig geschwungenes Haus aussehen, durchgerungen. Eine Sanierung wäre zu teuer geworden.

Voraussichtlich ab dem kommenden Frühjahr stehen die beiden großen Elfgeschosser im Juri-Gagarin-Ring gegenüber dem Lindetal-Center komplett leer. Dann werden auch die letzten Mieter umgezogen sein – die meisten in andere Wohnungen der Neuwoges. Momentan laufen noch Wohnungsbesichtigungen in den sanierten Häusern der Joliot-Curie-Straße 2 bis 10. Entgegen anderslautender Gerüchte in der Oststadt werde am geplanten Abriss der beiden S-förmigen Hochhäuser festgehalten, sagt Neuwoges-Geschäftsführer Frank Benischke.

Ursprünglich war der Abriss im Jahr 2016 geplant. Man warte momentan auf Förderbescheide, die die Finanzierung des Abrisses unterstützen sollen, so Benischke. In jedem Fall werde 2015 mit der Entkernung der Häuser begonnen. In Abhängigkeit vom Zeitpunkt des Förderbescheides könnte man möglicherweise auch schon mit dem Abriss eines der Hochhäuser beginnen.

Missstände zu beseitigen, ist zu teuer

Bis zum Frühsommer 2014 hatte man auch noch eine Sanierung der beiden Blöcke erwogen. Doch am Ende aller Berechnungen war klar, dass sich eine Sanierung wirtschaftlich nicht rechnet. Das hat vor allem mit den schlechten Grundvoraussetzungen der Häuser zu tun. Dieser Elfgeschosser war 1973 sehr billig und mit vielen Kompromissen gebaut worden. Zum Beispiel fehlt es komplett an Balkonen – für heutige Ansprüche müsste man diese nachrüsten. Nur in jedem zweiten Aufgang gibt es einen Fahrstuhl, der dann auch nur in jeder dritten Etage hält. Das alles sind nach heutigen Maßstäben Missstände, die teuer zu beseitigen wären, sagte Benischke. Die notwendigen Sicherheitseinrichtungen nach jetzt gültigen Hochhausrichtlinien ließen sich nur mit einem unvertretbar hohen Aufwand einbauen. Wollte man auch nur den aktuellen Standard einbauen, der für eine erfolgreiche Vermietung nötig wäre, käme man auf kalkulierte Mieten, die aufgrund der momentanen Nachfrage in Neubrandenburg nicht zu erzielen sind.

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Kommentare (1)

Niemand hat die Absicht dort Flüchtlinge unterzubringen.