Schwanenretter:

Angelschnur wird zur Lebensgefahr

Irgendwie scheint diese Schwanenfamilie vom Oberbach ihre Probleme mit den Anglern und deren Ausrüstung zu haben. Zum Glück haben die Tiere viel Freunde, die sie aufmerksam beobachten und den Ornithologen Tipps geben.

Das Schwanenjunge musste von einer Angelschnur befreit werden.
Walter Schulz Das Schwanenjunge musste von einer Angelschnur befreit werden.

Mehrere Spaziergänger hatten am See einen jungen Schwan beobachtet, der eine Angelschnur um den Hals hatte. Eine Frau versuchte  das Tier anzulocken.  „Da ich keinen Erfolg hatte, habe ich die Feuerwehr angerufen“, berichtete sie. Die Feuerwehrleute hatten aber schon ein paar Mal versucht, diesen Schwan einzufangen, jedoch vergebens. Trotz der Angelschnur fraß das Tier aber. Auch andere Spaziergänger sahen die Angelschnur am Schnabel und einmal um den Hals gewickelt, sie wandten sich an die Fachgruppe Ornithologie. „Bei dem Jungschwan handelt es sich um den jüngsten der vier Geschwister vom Brutpaar aus dem Stargarder Bruch“, sagt der Vorsitzende der Fachgruppe, Klaus-Jürgen Donner. 

Gemeinsam mit Walter Schulz wurde eine erste Rettungsaktion gestartet,  die allerdings erfolglos blieb, da sich der Schwan auch nicht von ihm aus dem Wasser locken ließ.  Die Männer waren aber beruhigt, als sie sahen, dass die Angelsehne das Tier in keiner Weise beim Fressen störte.

Einen Tag später  klappte es endlich, Walter Schulz bekam den Schwan zu packen. Er befreite ihn von der Angelsehne. „Zum Glück war kein Angelhaken dran und es waren keine Verletzungen zu erkennen“, sagte Klaus-Jüren Donner.

So glimpflich endete Verletzung für ein Schwanenjunges im Sommer nicht. Es verendete an einer Bisswunde am Schwanz.

Zuvor waren bereits drei weitere der insgesamt acht Schwanenkinder verschwunden. „Wir wissen nicht, was die Ursache des Verschwindens und für den Biss ist“, gibt der Vorsitzende der Fachgruppe zu. Schuld könnten zum Beispiel Beutegreifer wie ein  Fuchs sein, vermutet der Ornithologe.

Aber auch frei laufende Hunde sind gefährlich für die Wasservögel. Auch sie könnten sich am Schwanenjungen „vergriffen“ haben, schätzt Klaus-Jürgen Donner ein.

Immer wieder verenden Möwen und andere Wasservögel an Angelhaken, die sie verschlucken. Dass ein Haken abreißen kann, ist nicht ungewöhnlich.  Aber Angler sollten im Interesse der Vögel versuchen, abgerissen Haken einzusammeln, darum bitten die Ornithologen.