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Anwohner kritisiert den Putzfimmel der Stadt

Ein 77-jähriger Neubrandenburger findet, dass die Stadt übertrieben oft die Ziegelbergstraße reinigt. Er möchte das gern selbst in die Hand nehmen.

Wenn es nach Karl Pompe ginge, müsste die Zeigelbergstraße gar nicht so oft gereinigt werden. Außerdem könne er das auch selbst machen, sagt er.
Paulina Jasmer Wenn es nach Karl Pompe ginge, müsste die Zeigelbergstraße gar nicht so oft gereinigt werden. Außerdem könne er das auch selbst machen, sagt er.

Karl Pompe ficht seit zehn Jahren einen Kampf. Sein Widersacher ist die Stadt, beziehungsweise die Verordnung zur Straßenreinigung, wie der 77-Jährige findet. Der Streitpunkt: Die Ziegelbergstraße wird im oberen Teil, vom Ring bis zur Külzstraße, alle zwei Wochen freitags gereinigt. Laut Verkehrsschild rückt ab 7.30 Uhr die Kehrmaschine an. Parkende Autos müssen weichen, sonst kommen Politessen und verteilen Knöllchen. Das hat Karl Pompe, der seit 40 Jahren im Katharinenviertel wohnt, schon alles beobachtet. Seiner Meinung nach, ist die Straßenreinigung in diesem 14-Tage-Rhythmus gar nicht nötig. „Denn die Fahrbahn ist doch gar nicht dreckig“, argumentiert er und setzt sich dafür ein, dass die Anwohner selbst für Sauberkeit sorgen.

Dieses Ansinnen hat er schon teilweise durchsetzen können, auch mit dem Einverständnis seiner Nachbarn, wie er betont. So kümmern sich die Bewohner der Ziegelbergstraße um den Winterdienst und den Gehweg. Der Rinnsteig allerdings obliegt weiter der Kehrmaschine. „Das ist Abzocke“, stellt Karl Pompe fest. Alle müssten dafür bezahlen, was nicht Not tut.

Die Straßenreinigung in der Ziegelbergstraße scheint im Rathaus ein schwelendes Thema zu sein. So sei die Fahrbahn im Jahr 1994 einst zweimal wöchentlich auf allen Straßenabschnitten gereinigt worden. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre erfolgte eine Reduzierung auf eine einmal wöchentliche Reinigung. Eine weitere Reduzierung wurde im Jahr 2005 vorgenommen. Nun erfolgte nur noch die Reinigung auf der Fahrbahn.

Die Gehwegreinigung ist  in der Tat den Anliegern übertragen worden. Auf Grund von Anfragen wurde im Jahr 2007 die Satzung insofern geändert, als dass die Fahrbahn nur noch in 14-täglichem Rhythmus gereinigt wird, sagt Rathaussprecherin Kathleen Bötel. Dass die Ziegelbergbergstraße in zwei Reinigungsabschnitte geteilt wurde, habe laut Kathleen Bötel einen Grund. Die Straße wurde 2011 in einen vorderen Teil (zwischen Friedrich-Engels-Ring und Wilhelm-Külz-Straße) – jetzt Reinigungsklasse 1 – und in einen hinteren Abschnitt (zwischen Wilhelm-Külz-Straße und Katharinenstraße) – der Reinigungsklasse 3 – aufgegliedert. Ersterer wird alle zwei Wochen gereinigt, der andere alle vier Wochen. „Der vierwöchentliche Rhythmus wurde auf Grund der Baulichkeit – es ist eine Pflasterstraße – festgelegt, da dort durch das häufigere Fegen bereits Straßenschäden zu verzeichnen waren“, sagt Kathleen Bötel.

Auf Grund der höheren Verkehrsbedeutung sei der vordere Teil in der Reinigungsklasse 1 verblieben. „Hier ist die Hauptausfahrt der Feuerwehr, es findet in einem Teil Stadtbusverkehr statt und einige Bereiche dienen dem ruhenden Verkehr. Die Verschmutzung der Fahrbahn in diesem Bereich ist dadurch höher, wodurch häufigere Reinigungen notwendig sind“, erklärt die Sprecherin weiter.

Die Stadt bleibt trotz aller Kritik seitens Karl Pompes bei dieser Regelung. „Die Änderungen in der Ziegelbergstraße im Hinblick auf die Reinigungshäufigkeit haben sich seitdem bewährt. Es gibt keine weiteren kritischen oder ablehnenden Hinweise anderer Grundstückseigentümer der Ziegelbergstraße“, sagt Kathleen Bötel.