Patienten erreichen keine Hilfe:

Arztpraxis tagelang ohne Anschluss

Seit Wochen ist die internistische Praxis in der Wilhelm-Külz-Straße nicht zu erreichen – auch bei Notfällen nicht. Schuld daran ist offenbar ein Telefon-Anbieterwechsel.

Kein Anschluss unter dieser Nummer? Am Montag sollen die Patienten wieder durchkommen mit ihren Anrufen.
Marcel May Kein Anschluss unter dieser Nummer? Am Montag sollen die Patienten wieder durchkommen mit ihren Anrufen.

Was ist, wenn der Arzt nicht zu erreichen ist? Die Leitung tot. Und als Patient hat man aber Sorgen, möchte zum Beispiel nach einer ambulanten Behandlung wie einer Darmspiegelung etwas fragen oder am Ende einfach nur einen Termin für die nächste Behandlung ausmachen? Patienten der internistischen Praxis von Dr. Silvia Pilke in der Neubrandenburger Wilhelm-Külz-Straße können davon ein Lied singen. Denn die Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) ist seit Wochen unter der Nummer 4226031 nicht erreichbar - auch nicht in Notfällen.

„Wir müssen als internistische Praxis insbesondere auch für Notfälle das Telefon vorhalten. Gestern mussten zwei Patienten, darunter ein Lebertransplantierter, mit einer akuten Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes unsere Praxis persönlich aufsuchen, weil sie uns telefonisch nicht erreichten. Sie waren verständlicherweise sehr verärgert“, sagt Ärztin Silvia Pilke.

Schuld an der Misere ist offenbar ein Telefon-Anbieterwechsel. So soll der Vertrag mit Vodafone Ende September gekündigt und die Deutsche Telekom als neuer Anbieter gewählt worden sein. Vodafone habe fristgerecht abgeklemmt, aber irgendwie sei die Verbindung durch die Deutsche Telekom nicht zustande gekommen.

Markus Jodl von der Deutschen Telekom räumt ein, dass etwas nicht „sauber durch das System gelaufen“ sei. Er spricht von einer fehlerhaften so genannten „Rückportierung“. Das heißt, die Rück-Überführung ins Netz der Deutschen Telekom, das vom Medizinischen Versorgungszentrum schon einmal genutzt worden sei, habe Probleme bereitet.

Der Telekom-Sprecher sichert aber zu: „Wir haben den Prozess jetzt für den 4. November neu aufgesetzt“. Das heißt, ab Montagnachmittag soll der Anschluss wieder erreichbar sein.