:

Auf dem besten Weg zur Großstadt

Das Bild von der Gaststätte „Treff“ in der Allendestraße gibt Anlass, Rückschau zu halten, welche Leistungen im Wohnungsbau erbracht und welche vielen ...

Das Bild von der Gaststätte „Treff“ in der Allendestraße gibt Anlass, Rückschau zu halten, welche Leistungen im Wohnungsbau erbracht und welche vielen neuen Einrichtungen im Laufe von 30 Jahren zwischen 1970 und 2000 im Osten unserer Stadt am Neuen Friedhof und der Straße nach Woldegk und Friedland entstanden sind und entstehen sollten. Immerhin entstand eine Stadt mit mehr als zwanzigtausend Einwohnern.
1966 kam der Bau der Oststadt ins Gespräch, und es gab Pläne und Modelle, wie dieses neue Neubrandenburger Neubauviertel aussehen und gestaltet werden sollte. Im Mai 1967 begannen dann in dem unwegsamen Gelände die Erschließungsarbeiten, wo Tausende Kubikmeter Erdreich bewegt werden mussten. Am 22.4.1970 setzte die Brigade Roland Schmidt die erste Platte und vollzog damit die Grundsteinlegung im Beisein des Oberbürgermeisters Heinz Hahn, der an diesem Tag die Umbenennung der Neustrelitzer in Leninstraße durch die Enthüllung des neuen Straßenschildes vollzog. Ein paar Tage später übergab am 29.4. der Stellvertreter des OB Günter Stoltenburg, bekannter Schauspieler der Niederdeutschen Bühne, an den Objektleiter Arnold Strobusch die Schülergaststätte, die mit einem Mosaik künstlerisch gestaltet war. Laut Zeitungsmeldung ist dort am 14. November 1971 eine neue Gaststätte errichtet worden. Das Eiscafé „Tina“ eröffnete aber später am 4. Mai 1979. Laut Zeitungsmeldung wurden im August 1989 28000 Einwohner in der Oststadt gezählt. 1948 waren es in Neubrandenburg lediglich 21600. Viele neue Schulen, Kindertagesstätten, Arztpraxen, Versorgungseinrichtungen, Geschäfte, Kaufhallen entstanden, wobei am
14. Juni 1971 OB Hahn hier den Grundstein für die größte Kaufhalle des Bezirkes legte. Das Kaufhaus „Magnet“ öffnete im September 1977. Ein ganzer Dienstleistungstrakt entstand 1972.
Schwerpunkt beim Aufbau der Oststadt war der Bau des Bezirkskrankenhauses. Neubrandenburg hatte bei der Bettenbelegung zu DDR-Zeiten einen großen Nachholbedarf. Nach 51/2 jähriger Bauzeit wurde es im Oktober 1979 übergeben. Die Baukosten betrugen etwa 126 Millionen an Investmitteln.
Hier einige Zahlen aus dem Jahre 1980. In der Oststadt gab es bereits 8050 Wohnungen, 110 Eigenheime und 25 000 Einwohner. Es wurden 2126 Kinder geboren, darunter 16 Zwillingspärchen. Neubrandenburg war damals die kinderreichste Stadt in der DDR. Neubrandenburg war auf dem Weg, Großstadt zu werden.
Joachim Milster, Neubrandenburg