Wie geht es weiter in Trollenhagen?:

Auf dem Papier hat der Flughafen noch eine Zukunft

Ohne öffentliche Mittel sieht es schlecht aus für den Airport Trollenhagen. Nach dem Ende der militärischen Nutzung wird aus­gelotet, wie wichtig der Landeplatz für die einheimische Wirtschaft ist. Und was passieren muss, damit das Gelände zivil genutzt werden kann.

Die Zeiten der Ferienflüge auf dem Flughafen Trollenhagen sind lange vorbei. Doch wie kann es mit dem Airport weitergehen, nachdem die Bundeswehr weg ist?
Udo Zander/Archiv Die Zeiten der Ferienflüge auf dem Flughafen Trollenhagen sind lange vorbei. Doch wie kann es mit dem Airport weitergehen, nachdem die Bundeswehr weg ist?

Wie weiter mit dem Flughafen Trollenhagen? Ein sogenanntes Fortschreibungskonzept soll Antwort darauf geben. Es basiert auf einer Studie, die von der Stadt Neubrandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Auftrag gegeben wurde. Darin war erfragt worden, welche Bedeutung der Flughafen für die hiesige Wirtschaft hat.

Von den 2200 Unternehmen, die angeschrieben wurden, haben 381 geantwortet. 86 Prozent von ihnen sehen die Weiterführung des Flughafens als relevant für die Region an. Für 46 Unternehmen war bei der Standortwahl die Nähe zum Flughafen sehr wichtig, sechs Unternehmen nutzen ihn für Frachtflüge und 56 für Geschäftsreisen. Mehr als 70 Firmen sind an der Nutzung der Flächen und der Hangars interessiert.

Planungssicherheit angemahnt

Nicht zu unterschätzen sind der Studie zufolge die Standortvorteile, die durch die Nähe zum Flughafen und die Anbindung an das Straßen- und Schienennetz bestehen. So sehen es besonders große Firmen mit mehreren hundert Arbeitskräften, die deutschlandweit und international agieren.

Wichtig für den Flughafen sei Planungssicherheit, appellierte Geschäftsführer Alexander Karn an den Wirtschaftsausschuss des Kreistages Mecklenburgische Seenplatte. Das wiederum funktioniere nur mit einem klaren Bekenntnis aller Gesellschafter, er­klärte Karn bei der Vor­stellung des Fortschreibungskonzeptes.

Das Konzept drängt darauf, den Flughafen bedarfsgerecht zu gestalten. Er sollte ausgelegt sein für Maschinen mit einem Gewicht von 14 Tonnen, die bis zu zwölf Passagiere befördern können, heißt es unter anderem. Eine Steigerung der ­Verkehrszahlen sei realistisch. Klar sei aber auch, dass ohne externe Investoren keine kurzfristige Privatisierung möglich ist, erklärte Karn. Darüber hinaus müsse die Vermarktung der Flächen verstärkt werden, auch eine luftsportliche Nutzung wäre wünschenswert.

Zweifel am Nutzen des Landeplatzes

Andreas Wegner von der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen bezweifelte dennoch den Nutzen des Flughafens. Wenn den Flughafen ihn nicht gäbe, wäre kein wirtschaftlicher Schaden zu erwarten, mutmaßte er. Vielleicht wäre eine ICE-An­bindung für Neubrandenburg wichtiger.

Manfred Bärens, Betreiber einer Flugschule in Trollenhagen, verwies auf die Bedeutung des Standorts für Ambulanzflüge und Organtransporte. Irina Parlow (Die Linke) unterstrich, dass die Zuschüsse durch den Landkreis auf ­keinen Fall weiter steigen dürften und auch über die Beteiligung privater Unternehmen an den Kosten nachgedacht werden muss.

Im Dezember soll eine Beschlussvorlage zum Flug­hafen im Kreistag vorliegen.

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