Reinigungssatzung greift nur an Straßen:

Auf manchem Weg bleibt das Laub liegen

Kommt die Stadt ihren Pflichten nicht nach? Ein Nordkurier-Leser kritisiert, dass Laub auf manchen Wegen nicht beseitigt wird. Er sieht Gefahren für Radfahrer.

Wie hier auf dem Wall ist die Beseitigung von Laub derzeit ein Fass ohne Boden, denn es kommt noch eine Menge nach. 
Anke Brauns Wie hier auf dem Wall ist die Beseitigung von Laub derzeit ein Fass ohne Boden, denn es kommt noch eine Menge nach. 

Eigentum verpflichtet, weiß Jürgen Lukoschus und findet, das muss auch für die Stadt gelten. Die Bürger wurden jetzt im Herbst immer wieder darauf hingewiesen, dass sie als Anlieger Laub beseitigen müssen. Zu Recht, denn bei Nässe bestehe Rutschgefahr. „Aber ich habe den Eindruck, die Stadt macht das nicht“, kritisiert er am Lesertelefon. Als Beispiel nennt er den Radweg, der von der Rostocker Straße nahe des Oberbachs zum Binsenwerder führt und den Plattenweg über den Ölmühlenbach nach Broda. „Das sind die Strecken, die ich meistens mit dem Fahrrad fahre und da ist alles voller Laub. Bei Trockenheit geht es ja noch“, sagt er. Aber wer stehe dafür gerade, wenn er bei nassem, rutschigem Laub stürzen sollte?

Stadt weist Zuständigkeit von sich

Da es sich hier nicht um straßenbegleitende Geh- und Radwege handle, fallen sie auch nicht unter die Straßenreinigungssatzung, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus. „Wir sehen uns hier nicht zwingend in der Pflicht, dort turnusmäßig zu reinigen“, erklärt Heiko Brüsch von der Abteilung Stadtgrün des Städtischen Immobilienmanagements (SIM). Das würde enorme Kosten verursachen, begründet er. Der Herbst sei nun mal die Jahreszeit, in der das Laub falle, damit müsse man leben. „Wenn ich mich da auf dem Fahrrad nicht sicher fühle, muss ich vielleicht auch mal absteigen oder eine Alternativroute wählen“, meint er.

Laubfreie Stellen im Kulturpark

Die Stadt versuche schon, möglichst einmal das Laub wegzuschieben, wenn es nötig sei. Bei dem von Jürgen Lukoschus angesprochenen Radweg komme aber dazu, dass die Bäume noch sehr grün seien. Es liege zwar schon etwas Laub auf dem Weg, aber die Masse kommt erst noch. „Auf den Wallwegen werden wir wahrscheinlich gar kein Laub beseitigen, da wird ja auch kein Winterdienst gemacht“, so Heiko Brüsch. Dort lässt die Stadt lediglich das Kastanienlaub zu beseitigen, um der Kastanienminiermotte das Leben schwer zu machen. Das Hauptwegenetz des Kulturparks dagegen werde man durch eine Firma vom Laub befreien lassen – auch mit Blick auf die Sportler wie Läufer und Inlineskater.