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AWO macht Schluss mit dem Platzmangel

Weit mehr als eine Million Euro werden in der Neubrandenburger Oststadt investiert, um die Kita "Knirpsenland" zu vergrößern. Die Leiterin wünscht sich aber nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr Männer.

Vorschulkinder basteln im Vorschulclub mit Perlen, Silvia Namokel freut sich über die Mädchen und Jungen, die ganz bei der Sache sind.
Hartmut Nieswandt Vorschulkinder basteln im Vorschulclub mit Perlen, Silvia Namokel freut sich über die Mädchen und Jungen, die ganz bei der Sache sind.

 „Immer wieder, schon seit Jahren, mussten wir junge Eltern mit ihren kleinen Kindern nach Hause schicken, weil wir nicht genug Krippenplätze haben“, berichtet Cindy Harz, Leiterin der AWO-Kita „Knirpsenland“ in der Neubrandenburger Oststadt. „Aber damit ist jetzt bald Schluss, denn wir bauen an.“

Jetzt warten die Erzieherinnen, der Erzieher und die Kinder auf das Signal für den ersten Spatenstich, das jeden Tag kommen kann.Gegenwärtig haben in der Kita 48 Mädchen und Jungen Platz, wenn der Anbau fertig ist, sind es zwölf Plätze mehr.

Nachdem  alle Formalitäten geklärt sind und über den Landkreis 560 000 Euro Fördermittel „herangeholt“ wurden, kann gebaut werden. Der Eigenanteil der AWO liegt in etwa genau so hoch wie die Fördersumme, erläutert Cindy Harz zu den Finanzen.

Vorschulclub soll "Einstein" heißen

Wenn die Bauarbeiten starten, ist ein Teil der Kita ungefähr ein Jahr lang eine Baustelle. Zum Anbau hin werden Durchbrüche geschlagen. Im Anbau findet der Vorschulclub ausreichend Platz. Er wird dann „Einsteinclub“ heißen. „Weil der Anbau an der Einsteinstraße entsteht, weil wir Einstein gut finden und weil der Name für einen Vorschulclub passt. Werden die Schüler dort doch gezielt auf Lernen und Wissenschaft vorbereitet“, begründet die Kita-Leiterin.

Dort, wo der neue Teil der Kita entsteht, stand früher ein Neubaublock. Nachdem der abgerissen wurde, kaufte die AWO das Grundstück und schuf sich eine Platzreserve, berichtet Cindy Harz. Im Anbau wird auch ein kleiner Wellnessbereich untergebracht. Mit Sauna, Beckenanlage und Ruheräumen, damit dann in der Kita Kneipp Einzug halten kann.

Am Kopfende des Anbaus entsteht außerdem eine neue Sporthalle. „Jetzt haben wir nur ein Sporträumchen, das schränkt uns manchmal ganz schön ein“, erklärt die Leiterin. Vor drei Jahren wurde ein Sportclub gegründet. Im Winter ist bei besonders unangenehmen Wetter aber nicht viel drin mit Sport - das wird sich mit der Halle ändern, ergänzt Cindy Harz und fasst zusammen: „Mit all dem schaffen wir beste Voraussetzungen für unsere Mädchen und Jungen. Aber für die Kinder ist das Beste doch gerade gut genug.“

Oststadt-Eltern müssen Kinder oft in andere Viertel bringen

Zur Krippe merkt sie an, dass es eigentlich ein gutes Zeichen für die Oststadt ist, dass die Krippenplätze nicht ausreichen. Aber für die betroffenen Eltern ist das alles andere als einfach. Denn sie müssen sich für ihre Kinder Plätze in anderen Stadtteilen suchen.

In ihrem Team hat Cindy Harz nicht nur Frauen, sondern auch einen Mann. „Es ist eigentlich eine Katastrophe, dass die Jungs bis zum Ende der Grundschule fast nur mit Frauen zu tun haben. Denn sie sind nie Jungs gewesen und wissen nicht, dass man kämpfen, klettern und schießen muss“, umschreibt Cindy Harz die Misere des Männermangels in Kindergärten und Grundschulen. Aber zum Glück ist es heute kein Tabu mehr für Männer, die Erzieher-Ausbildung einzuschlagen. Allerdings gehen die meisten Männer dann in den Jugendbereich, erklärt die Kita-Leiterin.

Gern will sie weiteres unternehmen gegen diese „Katastrophe“. Und wegen der Kita-Erweiterung ist sie ohnehin nicht böse auch über neue Erzieherinnen. Wer sich dafür interessiert, kann sich bei ihr gern unter Tel. 0395 7071873 melden oder in der Einsteinstraße einfach mal vorbeikommen.