Überraschende Parteinahme:

Awo-Urgestein warnt vor Vorverurteilung

Eckhard Vanselow, SPD- und Awo-Mitbegründer in Neubrandenburg, kritisiert Äußerungen seines Parteikollegen Manfred Dachner. 

SPD-Urgestein Eckhardt Vanselow stärkt CDU-Mann Lars Bünger den Rücken. 
Jörg Franze SPD-Urgestein Eckhardt Vanselow stärkt CDU-Mann Lars Bünger den Rücken. 

Aufklärung, aber keine Vorverurteilung: Der Mann mit der Mitgliedsnummer 1 in der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Neubrandenburg hat Fairness im Umgang mit dem Verein angemahnt und nimmt in diesem Zusammenhang auch seinen Parteikollegen Manfred Dachner in die Pflicht. Eckhard Vanselow, SPD-Mitbegründer in der Viertorestadt und Gründungsmitglied des Awo-Ortsverbandes, warnt vor pauschalen Verdächtigungen, die die Arbeit der Wohlfahrtsorganisation in Misskredit bringen. „Wenn es den Verdacht auf Unregelmäßigkeiten gibt, muss dem nachgegangen werden“, spricht sich auch Vanselow für Aufklärung aus. Zugleich kritisiert der SPD-Mann aber, dass Awo-Vorstandsmitglied Manfred Dachner öffentlich mit dem Rückzug vom gerade angetretenen Beisitzer-Posten drohe.

Der Awo-Landesverband will kontrollieren, ob bei der Auftragsvergabe an eine Immobilienfirma- und Bewirtschaftungsfirma, die der Ehefrau des Neubrandenburger Geschäftsführer Jörg Fischer gehört, alles korrekt gelaufen ist. Dies zu prüfen, sei indes auch eine Aufgabe des Vorstandes in Neubrandenburg, findet Vanselow. Wichtig sei aber, nicht das Engagement der etwa 500 Beschäftigten und gut 1350 Mitglieder der Awo Neubrandenburg in Zweifel zu ziehen, mahnt Vanselow und bricht zugleich eine Lanze für Fischer. Dieser habe zur Jahrtausendwende den verschuldeten und damals nur 50 Mitglieder starken Ortsverband als Geschäftsführer übernommen, aus einem tiefen Tal herausgeführt und wieder zu einem stabilen Partner der Wohlfahrt entwickelt.

Auch an anderer Stelle ist SPD-Mann Vanselow im Konflikt mit dem Landtagskandidaten seiner Partei: Er unterstützt wenige Tage vor der Landtagswahl öffentlich CDU-Mann Lars Bünger, der gegen Manfred Dachner antritt. „Ich bin kein Parteieiferer, auch wenn mein Herz weiter für die SPD schlägt“, fühlt sich Vanselow bei seiner Parteinahme nicht unwohl. Er schätze Bünger, der ebenfalls seit vielen Jahren Awo-Mitglied ist, als engagierten und kreativen Macher und wünsche sich im Landtag auch jüngere Leute, die mit ihrer Initiative etwas bewegen würden.

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