Dankeschön-Aktion auf dem Bahnhof Neubrandenburg:

Bahn versüßt Pendlern den Reise-Stress

Wer für den Arbeitsweg auf den Zug angewiesen ist, ärgert sich über Verspätungen besonders. Durch Bauarbeiten betraf das in jüngster Zeit auch verstärkt Pendler der Region Neubrandenburg. Mit Schokolade und Kaffee bedankte sich die Bahn fürs Durchhalten.

Sonja Krüger (links) pendelt jeden Tag von Malchin zur Arbeit nach Neubrandenburg. Die Zug-Verspätungen halten sich in Grenzen, sagt sie.
Anke Brauns Sonja Krüger (links) pendelt jeden Tag von Malchin zur Arbeit nach Neubrandenburg. Die Zug-Verspätungen halten sich in Grenzen, sagt sie.

Lob hören Bahn-Mitarbeiter nicht so oft. Meistens stecken sie Kritik ein, wenn Züge unpünktlich sind oder der Service zu wünschen übrig lässt. Das Dankeschön, das Lehrerin Angelika Mülling am Mittwochmorgen durchs Bahnhofsgebäude in Neubrandenburg rief, war aber nicht zu überhören. Sie bedankte sich nicht nur dafür, dass die rund 80 Schüler der Altentreptower Kooperativen Gesamtschule (KGS) auf dem Weg zum Kinotag im Zug alle mit Adventskalendern versorgt wurden. Es sei auch toll, dass die Schüler ermäßigt reisen können. Und als am Tag zuvor schon 350 Schüler der KGS und der Grundschule in Altentreptow am Bahnsteig standen, um nach Neubrandenburg ins Kino zu fahren, „hat die Bahn noch einen Waggon drangehängt“, erzählt Angelika Mülling und lobt auch die Unterstützung durch den Reiseservice.

Die Schüler waren aber nicht die Einzigen, die von der Bahn beschenkt wurden. Das Dankeschön vor der Weihnachtszeit mit Kaffee und Adventskalendern richtete sich insbesondere an Pendler. Die Aktion gebe es jedes Jahr und man suche sich immer Bahnhöfe und Verbindungen aus, auf denen Reisende besonders von Bauarbeiten betroffen waren, erklärt Heike Brückner von der DB Regio Nordost. In diesem Jahr war das besonders auf der Strecke zwischen Lübeck und Stettin bzw. Ueckermünde der Fall, die auch über Neubrandenburg führt. Noch laufen letzte Bauarbeiten zwischen Oertzenhof und Pasewalk mit Schienenersatzverkehr. 

Ohne Auto auf die Bahn angewiesen

Ingrid Teßmann beispielsweise nutzt die Strecke fast jede Woche, um nach Schwerin zu fahren. Das bedeutet Umsteigen in Bad Kleinen oder Bützow. „Ab und zu gibt es Verspätungen, aber ich gucke vorher immer ins Internet“, sagt die Neubrandenburgerin. Meistens würden auf dieser Strecke die Anschlusszüge bei Verspätungen warten. Aber sie habe auf dem Heimweg von Rostock auch schon mal in Güstrow eine Stunde auf den nächsten Zug warten müssen. Eine Alternative gibt’s für Ingrid Teßmann nicht. „Ich habe kein Auto“, sagt sie.

Sonja Krüger ist sogar täglich auf der Strecke unterwegs. Sie fährt von Malchin nach Neubrandenburg zur Arbeit und zurück und hat sich damit den Dankeschön-Kaffee samt Adventskalender mehr als verdient. „Mit den Verspätungen geht es. Ich habe eine Kombi-Karte, ich kann auch mit dem Bus fahren“, sagt sie. Sie pendle schon seit zwölf Jahren zwischen den beiden Städten. „Viele aus dem Umland stellen auch ihr Auto in Malchin ab und fahren dann mit dem Zug weiter nach Neubrandenburg“, weiß sie.

Mit der Dankeschön-Aktion waren die Bahn-Mitarbeiter am Mittwoch nicht nur auf dem Neubrandenburger Bahnhof vertreten. Auch in Bad Kleinen und in den Zügen zwischen den beiden Orten konnten sich Reisende am Morgen über Kaffee und Süßes für die Adventszeit freuen. Dass künftig alle Züge pünktlich sind, konnten die Mitarbeiter auf Nachfrage zwar nicht versprechen. Aber man arbeite daran, hieß es.

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