Fehlendes Statik-Gutachten stoppt vorerst Pilotprojekt:

Behörde bremst Kletterspaß im Center aus

Eigentlich sollten schon Kletterfans über den Köpfen der Kunden im Marktplatz-Center turnen. Dem Spaß wurde jetzt aber vorerst ein Riegel vorgeschoben. Denn ohne statische Überprüfung läuft nichts. Das allerdings hätten Centermanager und Kletterparkbauer gern früher gewusst.

Das Gerüst steht, aber Klettern darf vorerst niemand: Für den neuen Freizeitspaß im Marktplatzcenter fehlt ein Statik-Gutachten, bevor es losgehen kann.
Ingmar Nehls Das Gerüst steht, aber Klettern darf vorerst niemand: Für den neuen Freizeitspaß im Marktplatzcenter fehlt ein Statik-Gutachten, bevor es losgehen kann.

Diese Premiere ist in die Hose gegangen. Bis zuletzt haben Ole Breitkopf und sein Team mit Hochdruck daran gearbeitet, dass mitten im Marktplatz-Center ein Kletterpark errichtet wird. Ein Pionierprojekt, denn so etwas habe es bisher nicht gegeben, sagt Vordenker Ole Breitkopf stolz.

Am Montag sollte es losgehen. Es war auch fast alles fertig. Doch dann kamen TÜV und Bauaufsichtsbehörde und ließen das Projekt vorerst platzen. „Wir sollen eine statische Überprüfung für das gesamte Objekt einreichen. Vorher gibt es keine Freigabe“, sagt Centermanager Michael Dittrich verärgert. Denn eigentlich seien Bauordnungsamt und TÜV von Anfang an in die Planung miteinbezogen worden. Bereits Anfang September gab es den ersten Kontakt zur Bauaufsichtsbehörde, die den TÜV mit ins Boot holte.

Statiker ist nicht so schnell zu kriegen

Laut Dittrich und Breitkopf gab es eine Begehung vor Ort und grafische Zeichnungen der Klettermodule wurden ebenfalls eingereicht. „Wir haben auch Hinweise aufgenommen und Anpassungen vorgenommen. Aber es war vorab nie die Rede davon, dass wir dann noch ein statisches Gutachten brauchen“, beklagt der Centermanager. Gemeinsam mit Ole Breitkopf versucht er nun, so schnell wie möglich einen Statiker zu bekommen, der die Anlage abnimmt. Das sind nicht nur unerwartete Kosten, es kostet auch Zeit. Denn von heute auf morgen geht so etwas nicht.

Es habe mit Ole Breitkopf die Vereinbarung gegeben, dass er die Bauaufsichtsbehörde über den Fortgang der Prüfung durch den TÜV informiert, erklärt Dietmar Hunker, Leiter der Abteilung Bauordnung der Stadtverwaltung. „Dies ist bis zum 26. September nicht erfolgt“, so Hunker. Am vergangenen Freitag habe ein TÜV-Mitarbeiter der Bauaufsicht mitgeteilt, dass er es für notwendig erachte, einen Statiker hinzuzuziehen. „Nach Abstimmung in der Bauaufsichtsbehörde wurde entschieden, die erforderliche Statik durch einen Prüfingenieur für Baustatik prüfen zu lassen. Am 30. September ist der Bauaufsicht mitgeteilt worden, dass dem Prüfstatiker bisher keine genehmigungsfähige Statik vorgelegt wurde“, teilt Hunker mit.

Zwei Jahre lang an der Idee getüftelt

Das Aluminiumtragsystem, das Ole Breitkopf für den Kletterpark verwendet, wird auch bei Bühnen eingesetzt. In statischen Prüfberichten sei genau festgelegt, was man damit bauen darf und welchen Belastungen die Gerüste ausgesetzt werden können. So wie Bühnenbauer nicht für jede Bühne ein neues Gutachten vorlegen müssen, dachte auch Breitkopf, dass er mit diesen Prüfberichten auf der sicheren Seite ist.

Zwei Jahre lang hatten die Spezialisten der Firma Sky Climbers an der Idee getüftelt. Mit Hochseilgärten und Kletterwänden kennt sich Ole Breitkopf aus. Zwei eigene Kletterparks gehören zur Firma. Mehrere Center hatte Breitkopf angefragt, um sein Vor­haben in die Tat umzusetzen. Die Neubrandenburger waren am schnellsten zu begeistern. Die Viertorestadt soll damit der Startpunkt sein für das Geschäftsmodell mit den mobilen Parks in Einkaufscentern. Wenn Breitkopf aber für jeden Park in jeder Stadt ein statisches Gutachten braucht, dann könnte der Traum platzen.

Abblasen wollen Dittrich und Breitkopf den Kletterspaß im Center auf keinen Fall. Drei volle LKW waren nötig, um das gesamte Equipment nach Neubrandenburg zu schaffen. Eventuell wird die verlorene Zeit hinten rangehängt, stellt Dittrich in Aussicht. Vorerst wurden die Arbeiten gestoppt. Denn die Dschungeldeko soll dem Statiker nicht die Sicht auf das nackte Gerüst versperren.

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