Bürger warten vergeblich:

Behörde hält neuen Zebrastreifen nicht für notwendig

Wer kennt es nicht? Man steht und steht an einer Ecke und kommt nicht über die Straße. Da wünscht sich manch einer einen Zebrastreifen. Doch die sind nicht unbedingt empfehlenswert.

In Neubrandenburg gibt es sechs Zebrastreifen. Mehr sollen auch nicht dazu kommen.
Ronald Wittek In Neubrandenburg gibt es sechs Zebrastreifen. Mehr sollen auch nicht dazu kommen.

Marktplatz-Center in Neubrandenburg, Ecke Treptower/Dümperstraße. Auto um Auto zieht Richtung Ärztehaus vorbei und manchmal dauert es, bis man über die Straße kommt. Wäre da ein Zebrastreifen nicht angebracht? So einfach sei das nicht, erklärt der Abteilungsleiter des Straßenverkehrsamtes, Lutz Burmeister: „An die Einrichtung von Fußgängerüberwegen sind hohe Anforderungen gestellt. Dafür müssen bestimmte örtliche und verkehrliche Voraussetzungen erfüllt sein.“

Die Straßenverkehrsordnung bestimmt, dass Zebrastreifen nur dann angebracht werden dürfen, wenn Fußgänger sonst nicht sicher über die Straße kommen. Wenn also sehr viele Fahrzeuge auf einer Straße fahren, die gleichzeitig sehr viele Passanten überqueren wollen. Diese Regelungen wurden vom Bundesverkehrsministerium und den Landesbehörden beschlossen und gelten in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Auch eine Tempo-30-Zone, wie zum Beispiel in der Innenstadt, spräche gegen einen Fußgängerstreifen. Im Stadtkern wurden keine Sicherheitsdefizite bemerkt, so Burmeister. „Die Polizei hat in den letzten Jahren keine Unfälle mit Fußgängerbeteiligung festgestellt.“ Einzige Ausnahme: Die Stargarder Straße, Ecke Turmstraße. Dort überqueren so viele Menschen die Straße, dass ein Zebrastreifen notwendig ist.

Zebrastreifen seien eine gute Sache an Stellen mit hohem Verkehrsaufkommen. Aber sie könnten auch ganz schön gefährlich sein, meint Burmeister. „Viele verlassen sich darauf, dass sie Vorrang haben und schauen dann gar nicht mehr, bevor sie über die Straße gehen.“

Auch im Reitbahnviertel kämpft eine junge Mutter für einen Zebrastreifen. Die Erfolgsaussichten sind jedoch gering. Ein Fußgängerweg komme nur in Betracht, wenn innerhalb der Spitzenstunde an einem Werktag 100 bis 150 Fußgänger an einer bestimmten Stelle die Fahrbahn überqueren. Dabei müsse das Fahrzeugaufkommen innerhalb der gleichen Zeit 300 bis 450 Stück betragen, so Rathaussprecherin Kathleen Bötel.

Für die Dümperstraße heißt das: Auch künftig wird es dort keinen Zebrastreifen geben. Die Neubrandenburger sollten aber nicht zu den gleichen Mitteln greifen wie Unbekannte in Schwerin. Diese haben in der Nacht zum Samstag zu Pinsel und Farbe gegriffen und selbst einen Zebrastreifen gemalt.