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Bei Facebook überwiegt die Skepsis zu den Markt-Plänen

Von „Schaut doch jut aus“ bis „grausam“ – im sozialen Netzwerk Facebook werden die Pläne für den Neubrandenburger Markt lebhaft diskutiert.

Auf der Internetseite des Nordkurier war der Beitrag über die Baupläne am Marktplatz am Dienstag und Mittwoch der meist geklickte Artikel. Auch bei Facebook fand er viel Beachtung und wurde rege diskutiert.
Screenshot Nordkurier Auf der Internetseite des Nordkurier war der Beitrag über die Baupläne am Marktplatz am Dienstag und Mittwoch der meist geklickte Artikel. Auch bei Facebook fand er viel Beachtung und wurde rege diskutiert.

Kaum hatte der Nordkurier die Nachricht von den neuen Bauplänen für den Marktplatz im Internet veröffentlicht, da hagelte es auch schon Kommentare. In der Mehrheit äußerten die User eine gewisse Skepsis – einerseits gegenüber dem Mehr an Handel an sich, aber auch an der architektonischen Gestaltung selbst.

So schrieb beispielsweise Bert B.: „Grausam. Da kann das Hotel auch stehen bleiben. Dieser graue Klotz bringt keine nennenswerte Verbesserung. Es muss eine kleinteilige Bebauung her, die in eine historische Innenstadt passt! Die Großmaßstäblichkeit der Klötze Marktplatz-Center und HKB sollte nicht für alle Zeiten der Maßstab sein. Mit so einem Ungetüm schüttelt NB jedenfalls sein Image als ,graue Maus‘ nicht ab. Besser strukturierte, kleinteiligere Fassaden, mehr Farb- und Formenreichtum sind da geboten.“

Gold Junge denkt ähnlich und kritisiert vor allem das Erscheinungsbild der Entwürfe: „Sieht aus wie die „Überall-Investoren-Architektur“. Als in den westdeutschen Innenstädten in den 70-ern die „Karstadt-Waschbetonfassaden“ entstanden, war es der letzte Schrei. Heute könnte man darüber nur noch schreien. Hat man wirklich so wenig aus der Entwicklung gelernt? Schade um vertane Chancen, an der Stelle etwas besseres zu bauen.“

Eine echte Aufwertung des Marktplatzes

Das wird allerdings auch anders gesehen. So schreibt eine gewisse Jettson Lyndt: „Schaut doch jut aus. Und ganz im Gegensatz zum grauseligen HKB ist das eine echte Aufwertung des Marktplatzes. Meinen Anwohner-Segen hat das Projekt. Schön auch, dass die Projektherren an einen Lebensmittelmarkt gedacht haben. (...) Ein Hotelvorschlag ist mit von der Partie, passt doch. Hoffentlich werden diese Pläne nicht wieder von anderen zerredet/torpediert. Und wer Grün in der Innenstadt sucht, sollte mal auf einen der Innenhöfe schauen und sich nicht nur von den Schaufenstern blenden lassen, dann kann er auch mitreden.“

Maggo V. gefallen die Ideen und Entwürfe. Er formuliert: „Passt! Einen großen Lebensmittler und Parkmöglichkeiten begrüße ich sehr als Innenstadtanwohner. Und den Handel in der Innenstadt stärken, belebt das Angebot und wird dem Einzugsgebiet der Stadt gerecht. Von nix kommt nix, neue Chancen für Handel, Gastronomie und für die Innenstadt.“

Sorge um die einheimischen Händler

Mirko G. sieht das kritisch: „Lebensmittelhändler okay, aber wer hat denn schon die Kohle sich dauernd neue Klamotten zu kaufen? Ich nicht.“ Und Maggo V. entgegnet: „Einzelhandel ist nicht gleich nur Klamotten (...) Und wenn ich dann mal Geld ausgeben möchte, dann lieber in NB als in Berlin! Und dafür braucht es Angebote. (...) Als Oberzentrum hat NB ein enormes Einzugsgebiet hier im flachen Land! Und durch Projekte wie Marktplatz und Hotel etc. wird dies bestätigt und gewahrt! Ansonsten wandert die Kaufkraft nach Rostock oder Berlin und damit ist niemandem geholfen.“

Ute H. hingegen sorgt sich um die vorhandenen Händler: „Ich finde diese Idee vollkommen idiotisch. Neben dem Marktplatz-Center noch so einen gewaltigen Bau mit Geschäften zu bauen. Die kleinen Geschäfte in der Turmstraße werden mal wieder den kürzeren ziehen. Gerade ein Hotel mitten in der Stadt zieht bestimmt viele Urlauber an. Also nach meiner Meinung lieber ein neues Hotel statt wieder so ein großes Einkaufcenter.“

Lieber Grün als Beton

Derechte Casa dagegen glaubt an die Kaufkraft in der Region, die man auch hier in Neubrandenburg halten sollte: „Schon mal dran gedacht, dass dadurch neue Arbeitsplätze geschaffen werden? Durch mehr Shopping-Möglichkeiten werden noch mehr Menschen aus MV angezogen, die sonst nach Rostock oder Berlin ausweichen müssen (...) Ich würde es gut finden, eine noch lebhaftere Innenstadt mit mehr Parkmöglichkeiten aufzufinden. Gerade letzteres gefällt auch Bea Trice: „Über einen kostengünstigen Parkplatz würden sich viele Mitarbeiter der Innenstadt freuen...“, schreibt sie.

Maik N. ist nicht ganz so begeistert von der Parkhaus-Idee: Er sähe dort lieber eine Grünanlage: „Solange der hässliche Kasten, genannt „Hotel“, verschwindet, ist mir alles recht. Die Pläne sehen bissl wuchtig aus. Vielleicht nicht ganz so viel, lieber noch eine Art grüne Lunge der Stadt da, wo jetzt der Übergang zum Ärztehaus ist. Bissl mehr grün in der Stadt tut ganz gut, sonst besteht bald ganz Neubrandenburg aus Beton und das nervt.“

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