Lockvögel testen, ob sie Alkohol bekommen:

Beim Jugendschutz durchgefallen

Wie genau nehmen es Neubrandenburger Geschäfte mit dem Jugendschutz? Der Nordkurier schickte Lockvögel los, um undercover Wein und Schnaps zu kaufen. Die Mädels sind 17 und 15 Jahre alt.

Wie leicht ist es für Jugendliche, an Alkohol zu kommen? Ein Test zeigt: Leicht.
Jens Büttner Wie leicht ist es für Jugendliche, an Alkohol zu kommen? Ein Test zeigt: Leicht.

Jugendliche bekommen offenbar leichter Alkohol gekauft als erlaubt. Ein - allerdings nicht repräsentativer - Test des Nordkurier brachte ein erschreckendes Ergebnis. So hätte eine 15-jährige Schülerin in einem Supermarkt eine Flasche Roséwein kaufen können. Die Frau an der Kasse hatte dabei nur flüchtig in das Gesicht des Mädchens geschaut und sich offenbar verschätzt. "Ich hätte sie älter geschätzt. Bei jungen Leuten ist das schwer", sagt die Angestellte, nachdem der Test aufgelöst worden ist. 

Ein Versuch mit einer 17-Jährigen, die zwar Wein und Bier kaufen dürfte, jedoch keine härteren Sachen, endet ebenso. Das Mädchen hat sich mit einer Flasche Likör angestellt. Der Schnaps wird über den Scanner gezogen. Die Verkäuferin bekommt sogar ein optisches Signal, dass es sich um ein Produkt handelt, bei dem es einen Altersschutz gibt. Es wird ihr sogar das Mindest-Geburtsjahr angezeigt. Wieder verschätzt sich die Verkäuferin. "Ich dachte, sie wäre 19 oder 20 Jahre alt", sagt sie.

Auch am Glühweinstand ist es einfach für die Lockvögel, Alkohol zu bekommen. "Mit Schuss?", wird die 15-Jährige gefragt. Wieder schnappt die Falle zu, wieder wird sich rausgeredet. Für 15 Jahre sei Pauline doch recht groß gewachsen, heißt es.

Drei Tests, drei Durchfaller. Und: Auch bei weiteren Tests in Geschäften wird keines der Mädchen nach dem Ausweis gefragt. 

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