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Berufsschulen sollen fusionieren

VonIngmar NehlsDamit die Berufsschulen in der Fläche erhalten bleiben können, müssen sie zusammengelegt werden. Auch mit dem Nachbarkreis ...

VonIngmar Nehls

Damit die Berufsschulen in der Fläche erhalten bleiben können, müssen sie zusammengelegt werden. Auch mit dem Nachbarkreis Vorpommern-Greifswald wird aus diesem Grund kooperiert.

Neubrandenburg.Dass Neubrandenburg zwei eigenständige berufliche Schulen hat, wird bald der Geschichte angehören. Denn Dirk Rautmann vom Amt für Schulverwaltung hat die Pläne der Verwaltung vorgestellt, wie die Berufsschullandschaft künftig aussehen wird.
Damit stellt sich die Verwaltung auf die Vorgaben des Bildungsministeriums ein, wonach eine eigenständige Schule mindestens 1000 Schüler und eine Berufsschulklasse mindestens 20 Azubis braucht. „Wir werden nicht umhinkommen, die beiden Schulen zusammenzulegen“, sagte Rautmann bei der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kreisentwicklung.
Dem Kreis fehlen die Lehrlinge, wie Rautmann klar machte. So gibt es in der gesamten Seenplatte beispielsweise nur neun Maurer und acht Bäcker im ersten Lehrjahr.Schon jetzt werden über 50 Berufe außerhalb des Landes beschult.
Damit die Berufsschulen des Kreises überleben können, will die Verwaltung mit dem Nachbarkreis Vorpommern-Greifswald kooperieren.Die Pläne der Kreisverwaltung sehen vor, dass die Berufsschule in Demmin zur Außenstelle von Neustrelitz wird. Waren bekommt Malchin als Nebenstelle zugeordnet.
So sollen drei starke Standorte entstehen. „Das Außenstellenmodell wird sich nicht auf die Qualität der Ausbildung auswirken“, versprach Rautmann. Tatsächlich müssen sich die zukünftigen Lehrlinge auf längere Wege einstellen.
Neubrandenburg soll die Steuerfachangestellten an Greifswald abgeben. Dafür kommen die Friseure von Malchin nach Neubrandenburg. Neustrelitz gibt die Sozialpädagogen und die Heilerzieher an Neubrandenburg ab, bekommt dafür die Farbtechniker und die Holztechniker aus Waren. Sämtliche Bauberufe wandern von Greifswald nach Neustrelitz ab. Dafür gibt Neustrelitz die Bäcker ab nach Eggesin.
Einige Schritte seien sicherlich hart, gestand Rautmann. „Wenn wir uns aber nicht im Kreis verabreden, dann erfolgt die Ausbildung in Rostock“, stellte Rautmann klar. Torsten Sommer, Leiter der beruflichen Schule für Wirtschaft, Handwerk und Industrie in Neubrandenburg, sagte, dass die Schulen von Anfang an in den Prozess einbezogen wurden. „Das Ergebnis ist mehr als der kleinste Nenner“, sagte Sommer.
Ellen Grull von der IHK sprach sich für die Pläne aus, wenn damit gesichert sei, dass die Berufsausbildung überhaupt stattfindet. Heidrun Zinke von der Handwerkskammer mahnte, dass lange Wege zur Berufsschule ein wichtiges Kriterium seinen, ob Betriebe überhaupt ausbilden. Auch die Frage der Unterbringung sei zu klären.

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i. nehls@nordkurier.de