Lebendige Adventskalender in Neubrandenburg:

Besinnlicher Besuch beim Nachbarn

Beim lebendigen Adventskalender gibt es Leckereien und interessante Begegnungen. An drei Stellen in Neubrandenburg wird diese Tradition gepflegt.

So wird der Adventskalender lebendig: Liederzettel werden an die Nachbarn und Gäste verteilt und der Carport verwandelt sich in einen gemütlichen Konzertsaal.
Ingmar Nehls So wird der Adventskalender lebendig: Liederzettel werden an die Nachbarn und Gäste verteilt und der Carport verwandelt sich in einen gemütlichen Konzertsaal.

Die Feuerschale vor dem Haus ist weit sichtbar. Im autofreien Carport hängen Lichterketten. Weihnachtsengel und Tannengrün sorgen für Gemütlichkeit. Auf einem kleinen Tisch stehen schon einige Teller mit Schmalzstullen und Leberwurststullen. Durch das Küchenfenster kann man Hausherrin Annemarie Fritz sehen, die noch fleißig rotiert, denn gleich treffen die Gäste ein. Wer kommen wird und wie viele Gäste es überhaupt sein werden, ist nicht klar. Denn beim lebendigen Adventskalender stehen die Türen für alle Menschen offen, Nachbarn, Freunde, Familie und auch unbekannte Gäste.

Christa Hartwig und Marianne Pray, die als Helferinnen die Gastgeberin unterstützen, tragen ein Tablett mit Weihnachtskeksen heraus. Der Duft mischt sich sogleich mit dem Rauch der Feuerschale, über die Rainer Fritz wacht. 1999 sind er und seine Gattin in ihr Haus im Rotbuchenring auf dem Lindenberg Süd gezogen. Zum vierten Mal macht das Ehepaar bei der Aktion mit. Im Vorjahr haben sie pausiert. Jetzt konnte sie Manfred Dachner aber wieder mit auf die Liste nehmen. Der SPD-Landtagsabgeordnete und pensionierte Polizeichef koordiniert den lebendigen Adventskalender auf dem Lindenberg und fehlt natürlich auch in dieser Runde nicht. „Gestern Abend bei Familie Mieth im Fliederweg sind wir wegen des Orkans in das Wohnzimmer ausgewichen“, erzählt Dachner.

Annemarie und Rainer Fritz schütteln immer mehr Hände. Der Carport füllt sich langsam. Es werden Liederzettel verteilt und dann erklingt auch gleich der Nachbarschaftschor. Der Tannenbaum und die fröhliche Weihnachtszeit werden besungen. Dann lesen zwei Gäste weihnachtliche Geschichten vor. Es ist heimelig im Rotbuchenring, fernab von Warteschlangen an der Kasse, überfüllten Parkhäusern und Gedrängel an Glühweinständen. Es wird munter geplaudert und auch geschwiegen. Viele der Besucher werden sich morgen wieder sehen. Einen Abend später, am zweiten Advent, ist es Familie Wegner, die Am Gehölz 2 die Gäste empfängt.

Nicht nur auf dem Lindenberg gibt es diese schöne Tradition. Auch in Broda und in der Innenstadt öffnen Neubrandenburger ihre Türen für menschliche Begegnungen in der Vorweihnachtszeit.

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