Familienkonvent:

Besuche, Blumen und Babyseiten

Bärbel Adelt kümmert sich ehrenamtlich um pflegebedürftige Menschen. Sie besucht sie regelmäßig. Ihre Erfahrungen will die Seniorin beim Familienkonvent in Schwerin im September zum Thema Familie und Pflege mit einbringen.

Bärbel Adelt will die Viertorestadt beim Familienkonvent am 11. September in Schwerin vertreten.
Bärbel Gudat Bärbel Adelt will die Viertorestadt beim Familienkonvent am 11. September in Schwerin vertreten.

Mit ihren 72 Jahren ist diese Frau immer noch unheimlich gern in Bewegung. Bärbel Adelt hat trotz Rente einen vollen Terminkalender. Sie tanzt beim Square Dance mit, ist aber ebenso regelmäßig in den beiden Neubrandenburger DRK-Pflegeheimen zu finden, wo sie im Bewohnerbeirat mitarbeitet. „Manchmal höre ich die Frage: Musst du immer was mitbringen?“ Aber sie sei doch der Besuch, und der hat für den Gastgeber eben eine Kleinigkeit mit dabei. Mal ein Blümchen, im Herbst auch mal eine Handvoll Kastanien. Besonders gern schauen die Pflegeheimbewohner die Babyseiten aus dem Nordkurier an. „Ich bin ihr Kontakt zur Außenwelt“, sagt Bärbel Adelt.

Das Thema Pflege bewegt sie seit langem. Ihre Erfahrungen will sie beim dritten Familienkonvent am 11. September in Schwerin einbringen. Die Berufungsurkunde hat sie bereits in den Händen. Der Schweriner Landtag hat 2008 die Einrichtung eines solchen Familienkonvents beschlossen. Alle zwei Jahre findet er statt. Nicht nur Mütter, Väter und andere Familienangehörige sollen hier ihre Ideen für ein familienfreundliches Mecklenburg-Vorpommern einbringen. Auch Vereine und Verbände werden angesprochen.

Normale Familien müssen sich oft von einem Tag auf den anderen die Frage stellen, wer ist in einem Pflegefall eigentlich wofür verantwortlich. Bärbel Adelt glaubt, eine neutrale Pflegestelle könnte den Betroffenen helfen. Ihres Wissens gibt es solch eine Einrichtung, in der Gesundheitsamt und  Krankenkassen zusammenarbeiten, in der Viertorestadt nicht. Deshalb möchte sie darüber in Schwerin gern sprechen. Ein eher heikles Thema bewegt die Seniorin gleichfalls: „Warum kann ich den Endpunkt meines Lebens nicht selbst bestimmen?“ Während der Seniorenhochschule habe ein Ehepaar, beide über 80 Jahre alt, diese Frage gestellt. Eine Antwort darauf hat Bärbel Adelt auch nicht. Aber darüber nachzudenken, lohne schon.