Vandalen beschmieren Starkasten:

Blitzer nach Attacke blind

Ein Rotblitzer in Neubrandenburg blitzt nicht mehr: Vandalen haben seine Linsen mit Farben besprüht.

Mit bleichen "Augen" blickt dieser Rotblitzer an der Neustrelitzer Straße in Neubrandenburg derzeit auf die Verkehrssünder.
Jörg Franze Mit bleichen "Augen" blickt dieser Rotblitzer an der Neustrelitzer Straße in Neubrandenburg derzeit auf die Verkehrssünder.

Mit "Blindheit" geschlagen ist in diesen Tagen der Rotblitzer an der Neustrelitzer Straße am Abzweig Weidenweg. Offenbar haben sich Rowdys an dem Starkasten zu schaffen gemacht und beide Linsen mit Farbe besprüht. "Das könnte am Wochenende passiert sein, in der vergangenen Woche war der Blitzer jedenfalls noch in Ordnung", weiß Jörg Schmiedel, Abteilungsleiter für Ordnung und Gewerbe im Neubrandenburger Rathaus. Die sechs fest installierten Blitzeranlagen, die die Stadtverwaltung in Neubrandenburg unterhält, würden einmal in der Woche überprüft. Und einmal jährlich seien eine große Wartung und die Eichung fällig.

Schmiedel und seine Mitstreiter wollen die beschädigte Anlage jetzt erst mal unter die Lupe nehmen. "Vielleicht ist es ja nur Farbe und man kann es reinigen", hofft der Abteilungsleiter darauf, dass sich Aufwand und Kosten in Grenzen halten. Möglicherweise reiche es auch, die beschmierten Scheiben aus Panzerglas auszutauschen. Das würde aber schon mit rund 100 Euro je Scheibe zu Buche schlagen, rechnet Schmiedel vor. Die Stadt prüfe eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung.

Tätern drohen saftige Strafen

Eine Geschwindigkeitsmessanlage und fünf Rotblitzer sind in der Viertorestadt aufgebaut. Für letztere gibt es vier Kameras, die wechselnd eingesetzt werden. Dass Vandalen ihren Unmut an den Anlagen auslassen, sei nicht die Regel, aber komme immer mal vor, sagt Schmiedel. In den zurückliegenden Jahren habe es auch schon zwei Mal Brandanschläge auf Starkästen gegeben. Einmal war das Gerät an der Kranichkreuzung betroffen, zum anderen der jetzt beschmierte Blitzer an der Ecke Neustrlitzer Straße/Weidenweg. Falls die Täter erwischt werden, kann das richtig teuer werden. Denn für eine komplette Installation mit Schleife in der Fahrbahn gehen die Kosten an die 100 000 Euro ran, erläutert Jörg Schmiedel.

Aber die Blitzer machen sich bezahlt: In diesem Jahr registrierte die Stadt bis Ende Juli insgesamt schon 375 einfache und 167 qualifizierte (länger als 1 Sekunde Rot) Verstöße an den Ampeln. Und das wird für die Sünder teurer. Schon ein einfacher Verstoß kostet 90 Euro plus Verwaltungs- und Postgebühr, so dass letztlich 118,50 Euro fällig sind. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg. Ein qualifizierter Rotlichtverstoß schlägt mit insgesamt 228,50 Euro zu Buche. Mit zur Strafe gehören hier noch ein einmonatiges Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

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