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Blut, Pflaumenmus und Ketchup für Opfer

VonBärbel GudatSeit 46 Jahren schminkt die Neubrandenburgerin Edith Dorn bei großen DRK-Veranstaltungen die so genannten ...

Die Neubrandenburgerin Edith Dorn hat viel Erfahrung beim Schminken von so genannten Mimen für DRK-Übungen und Landesvergleiche.  FOTO: Bärbel Gudat

VonBärbel Gudat

Seit 46 Jahren schminkt die Neubrandenburgerin Edith Dorn bei großen DRK-Veranstaltungen die so genannten Mimen.

Neubrandenburg.„Blutüberströmt“ sitzt ein junger Mann in einer Ecke des Neubrandenburger Marktplatz-Centers. „Eine große Kopfwunde“, erläutert Edith Dorn. Sie muss es wissen, sie ist nämlich dafür verantwortlich. „Das ist Filmblut“, klärt sie auf und träufelt mehr und mehr rote Farbe aus einem Fläschchen auf die Stirn ihres „Opfers“.
Seit nunmehr 46 Jahren arbeitet die Neubrandenburgerin Edith Dorn als sogenannte Realistikerin beim DRK. Das heißt, sie schminkt die Schauspieler für die großen Übungen oder wie am Wochenende für den Landeswettbewerb des DRK in der Viertorestadt.
Viele kennen die kleine, quirlige Frau noch als Schwimmmeisterin und von der DRK-Wasserwacht. Das Schminken ist geblieben. Alles soll möglichst realistisch aussehen, lautet ihr Anspruch.
Eine Übung könne nur so gut sein wie die Mimen, so ihre Erfahrung. Wenn die Geschminkten es verstehen, den Schock oder die Schmerzen realistisch zu spielen, helfe es auch den Rettungskräfte in der Ausbildung.
„Die große Kopfwunde“ bekommt noch ein blaues Auge verpasst. Die Schminkpalette in der Hand, tupft Edith Dorn mit dem Pinsel ein leichtes Blau um ein Auge. So hergerichtet amüsiert sich der junge Mann über die ungläubigen Blicke einiger Einkäufer und verschwindet kurz zum Rauchen vor die Tür.
In der Zwischenzeit werden weitere kleine Wunden geschminkt. Die müssen einem Druckverband standhalten. Edith Dorn zeigt Neulingen, wie es geht. Als alter Hase weiß sie, wie Brandwunden richtig echt aussehen. „Pflaumenmus funktioniert da am besten“, versichert sie. „Für alte Schnittwunden verwende ich Ketchup.“ Der müsse alt sein, dickflüssig und dunkelrot, dann wirkt die Wunde richtig echt. Das größte Lob für ihre Arbeit ist wohl, wenn Unbeteiligte sich erschreckt umschauen oder gar helfen wollen. Einmal haben Passanten während seiner Pause einen „Herzinfarkt“ gefragt, ob es ihm nicht gut gehe und sie helfen sollen.

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b.gudat@nordkurier.de