Umweltschutz:

Böse Entdeckungen in der Tollense

Seit 13 Jahren ruft Stefan Büschel zum Putz in und an der Tollense auf. Und die Akteure sind erstaunt, wie viel Müll sich ansammelt.

Frühjahrsputz der besonderen Art: Auch diesmal kehrten die fleißigen Sammler mit reichlich Unrat zurück.
C. Weinreich Frühjahrsputz der besonderen Art: Auch diesmal kehrten die fleißigen Sammler mit reichlich Unrat zurück.

Woher kommt er bloß, all der Dreck? Von Anglern, Wanderern, Tollensepaddlern? Die Frage bleibt auch weiterhin unbeantwortet. Obwohl die Tollenseputzer sich alljährlich von Stefan Büschel zum Einsatz rufen lassen und dabei auch immer ertragreich sind, nehmen die Müllmengen in den letzten Jahren nicht mehr ab: 15 blaue Säcke voller Müll kamen auch beim Frühjahrsputz 2015 am Sonnabend zusammen. Die Akteure staunen und ärgern sich. „Vom Spielzeug bis zum Autoreifen, es war wieder alles dabei“, sagt Büschel, der in Klempenow eine Kanuausleihstation betreibt und alljährlich zum Saisonstart auf der Tollense zum Frühjahrsputz trommelt.

Sieben Kanus sind auf dem Flussabschnitt zwischen Altentreptow und Klempenow  unterwegs. Gegen 11 Uhr wird eingesetzt. Für die 16,5 Kilometer lange Etappe brauchen die Umweltfreunde gute fünf Stunden. Als Uferläufer sind wie immer Stefan Büschel und Traugott Friedrich aus Werder unterwegs. Der 74-Jährige war drei Mal auf dem Jakobsweg unterwegs, so flott und gut wie er ist keiner zu Fuß. Da gleicht die Strecke bis zur Burg eher einem Wegelein.

Die Helfer kommen unter anderem aus Hohenbüssow, Gatschow und Berlin. Die jüngste Sammlerin ist erst vier Jahre jung. Alle wollen auf einem sauberen Fluss paddeln und dabei intakte Natur genießen – so der meistgenannte Grund, weshalb sie bei schönstem Wetter dem Aufruf zum Frühjahrsputz folgen und sich nicht aufs Rad oder die Gartenbank setzen. Neben Büschel und Friedrich steigt auch Uwe John wieder ins Kanu. Das Trio ist seit dem ersten Einsatz vor 13 Jahren alljährlich bei der Aktion dabei. „Bei den ersten sammelten wir noch über 30 Säcke voller Müll“, erzählen sie. Nun ja, davon seien sie heute Gott sei Dank weit entfernt, aber die Müllmenge sei immer noch viel zu hoch, die da jedes Mal zusammenkomme. Dabei könne sich heute jeder so einfach auf legalem Weg seines Mülls entledigen.

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