Todesdrohungen gegen SPD-Mann:

Brutale Hass-Mail im Schutz der Anonymität

Üble Drohungen besonders gegen SPD-Mann Michael Stieber sind über das Kontaktformular des Ortsverbandes eingegangen. Wie reagiert Stieber jetzt?

Michael Stieber hat üble Drohungen erhalten.
Ingmar Nehls Michael Stieber hat üble Drohungen erhalten.

Auseinandersetzungen sind normal. Beleidigungen kommen vor. Aber was da jetzt dem SPD-Ortsverband Neubrandenburg ins elektronische Postfach gelangte, sind hasserfüllte Angriffe in brutalem Vokabular. Und die richten sich nicht allein gegen die Sozialdemokraten schlechthin, die da geschmäht werden als "Gruselfressen" und "Panoptikumsfiguren", die "allein für ihre Visagen getötet" gehören. Die E-Mail enthält auch noch persönliche Drohungen gegen den Kreisvorsitzenden Michael Stieber.

Der Absender nennt sich "Verhörspezialist" und wählte für die anzugebende Mail-Adresse die Formel "kaltewutundkoerperkraft".

In seinen mehr als zwölf Jahren als SPD-Mitglied, fast von Beginn an auch in Führungsämtern, hat Stieber so manchen Angriff erlebt, wurde auch schon als "Hurensohn" beschimpft. Aber diese Mail, stellt er fest, überschreitet doch eine Grenze, zeugt von einer maßlosen Verrohung im Schutz der Internet-Anonymität.  Um aber zu zeigen, dass er sich nicht einschüchtern lässt, brachte der SPD-Mann den Schmähbrief über seine Webseite und das Netzwerk Facebook an die Öffentlichkeit.

Parallelen zieht er dabei zu Morddrohungen und Hetztiraden vor allem von rechtsextremistischer Seite, die bundesweit Schlagzeilen machten. Zwar gehe er nicht davon aus, dass die Drohungen wahr gemacht werden. "Aber natürlich kann ich niemandem garantieren, dass es bei Drohungen bleibt. Ich kann nur für mich entscheiden, dass ich mich davon nicht einschüchtern lasse." Stieber hat mittlerweile Anzeige erstattet.

 

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