Praktiker-Insolvenz:

Center sucht dringend Baumarkt-Nachfolger

Die Pleite der Praktiker AG zieht gleich zwei Neubrandenburger Märkte mit in den Abgrund. Das Baumarkt-Unternehmen schließt zum 30. November seine Türen.

Der Praktiker-Baumarkt: Viele Käufer versuchen hier beim Ausverkauf noch ein Schnäppchen zu erhaschen.
A. Segeth Der Praktiker-Baumarkt: Viele Käufer versuchen hier beim Ausverkauf noch ein Schnäppchen zu erhaschen.

Der Praktiker-Baumarkt im Neubrandenburger Bethanien-Center gibt derzeit ein trauriges Bild ab. Im hinteren Bereich stehen nur noch einige leere Regale herum. Vorn werben Schilder für Rabatte von bis zu 80 Prozent. Am 30. November soll der Ausverkauf über die Bühne sein. Dann sind die Türen dicht.

Auch für den Max-Bahr-Baumarkt im Norden der Stadt sieht es jetzt wieder düsterer aus – auch wenn dort noch ein pralles Angebot herrscht und man sich gerade mit Schlitten, Schneeschiebern und Vogelhäuschen komplett auf den Winter eingestellt hat. Nach bevorstehendem Ausverkauf sieht es hier nicht aus.

Allerdings ist der Verkauf von 73 Bahr-Baumärkten mit insgesamt 3600 Mitarbeitern als Gesamtpaket an die Hellweg-Gruppe in der Vorwoche gescheitert. Nun suche der Insolvenzverwalter nach Einzellösungen für die jeweiligen Standorte, sagt Harald Günter, der als Konzernsprecher der Praktiker AG auch für deren Konzerntochter Max Bahr zuständig ist. Bestenfalls würden die 40 Mitarbeiter des Neubrandenburger Max-Bahr-Marktes gleich mit übernommen. Unabhängig davon werde aber auch hier „in Kürze“ der Abverkauf beginnen, so Harald Günter.

Möglicherweise sieht es für den Neubrandenburger Max-Bahr-Markt gar nicht schlecht aus. Gemeinsam mit dem Praktiker-Markt auf dem Lindenberg gehörte er nach Informationen des Nordkurier zu jenen Filialen im gemeinsamen Konzernverbund, die eigentlich wirtschaftlich arbeiteten, aber durch die Pleite des Konzerns mit in den Abgrund gerissen wurden. Im Bethanien-Center sucht man schon intensiv nach einem neuen Baumarkt, der in die Praktiker-Halle einziehen wird, sagt Center-Manager Torsten Bergholz auf Nachfrage. Man sei derzeit in Gesprächen mit verschiedenen Ketten.

Laut geltendem Bebauungsplan ist auf dem Bethanienberg ein Baumarkt als Mieter übrigens zwingend festgeschrieben. Ein anderes Sortiment dürfte an diesem Ort nicht angeboten werden – es sei denn, die Stadtvertretung würde den Bebauungsplan ändern.