Swingen in Schwandt:

Club „Namenlos“ hat sich einen Namen gemacht

Wer in einen Swingerclub geht, behält das meistens für sich. Dabei geht die Betreiberin des Schwandter Clubs ganz offen mit dem Thema um.

Monika Peters schenkt seit 13 Jahren die Getränke im Schwandter Swingerclub „Namenlos“ ein.
Paulina Jasmer Monika Peters schenkt seit 13 Jahren die Getränke im Schwandter Swingerclub „Namenlos“ ein.

Schlimm ist es nicht. Eigentlich sogar ganz harmlos, wenn man am Tresen des Swingerclubs „Namenlos“ in Schwandt in den Nachmittagsstunden sitzt. Um die Zeit ist hier nichts los. Monika Peters steht trotzdem hinterm Tresen. Wie schon seit 13  Jahren. Seitdem schmeißt die heute 53-Jährige den Laden.

Einen Laden, der durchaus mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Denn wer sagt schon, dass er „swingen“ geht? Ein Geheimnis werde oftmals daraus gemacht, weiß Monika Peters, die aber auf ihre Stammkundschaft zählen kann. Aus Demmin oder Neubrandenburg kommen Gäste in den Ortsteil der Gemeinde Rosenow, auch Urlauber in Mecklenburg-Vorpommern suchen das Etablissement am Fuße der Schwandter Kirche gern auf. Wer wann erscheint, ist nicht klar. Das ist spontan, so wie vieles in dem Club, der aber auch strengen Regeln folgt. Zum Beispiel: Alles kann, nichts muss. Ein „Nein“ heißt auch nein.

Monika Peters ("Moni") hat sich nie träumen lassen, dass sie mal einen Swingerclub leitet, gesteht die gebürtige Rostockerin. Aber für besondere Ideen, die zugegebenermaßen auch Mut erfordern, sei sie schon immer offen gewesen. Im Ort erregt der Club kaum noch Interesse. Im Gegenteil, das Betreiber-Paar lädt jedes Jahr zur Frauentags-Feier - und viele Damen kommen auf ein Schwätzchen vorbei.

Frauen sind kein „Freiwild“

Erst in den Freitag- und Samstagabendstunden ist der Pärchenclub geöffnet. Dann strahlt auch kein Licht von der Decke, sondern Kerzenschein soll für die richtige Stimmung sorgen. Und die „Swinger“, ob Pärchen oder Einzelpersonen, können sich in der gut 200 Quadratmeter großen Lustlandschaft frei bewegen. Vielleicht erst ein Getränk an der Bar, ein Schnittchen am Buffet, ein Gespräch, ein Bad im Whirlpool oder ein Saunagang. Hauptsache, den Beteiligten macht es Spaß. Genuss wird bei Monika Peters groß geschrieben. Und wenn sich dann zwei oder mehrere doch näherkommen wollen, dann laden Spielwiesen oder Separees zum gemeinsamen Erlebnis ein.

Für Monika Peters ist das alles selbstverständlich. In ihrem Club soll man abschalten und seinen Gefühlen freien Lauf lassen können. Das muss jedoch immer im gegenseitigen Einverständnis geschehen. Auf ihrer Website wendet sie sich an die männliche Kundschaft: "Die weiblichen Gäste sind kein Freiwild! Sie suchen vielleicht gerade dich, sei höflich und charmant, suche auf nette Art das Gespräch und taste dich vorsichtig ran, denn mit Geduld und Humor kommst du meistens ans Ziel, auch wenn es nicht immer klappt, aber einen Versuch ist es wert.

Wer zum ersten Mal da ist, schaut nur zu

Gefühle sind auch beim Swingen in Schwandt im Spiel, denn ohne gegenseitige Sympathie läuft nichts. Die Spontanität, die ein solcher Club bietet, der Kick eines außergewöhnlichen Ortes oder eben auch, weil im heimischen Bett nicht mehr das Gewünschte läuft, würden viele dazu bewegen, im Schwandter Swingerclub vorbei zuschauen. Das heißt, aber noch lange nicht, dass es immer zu Intimitäten kommt. „Manche, vor allem diejenigen, die zum ersten Mal hier sind, schauen erst nur zu“, sagt Monika Peters, die übrigens jedes Wochenende neue Gesichter begrüßt, wie sie hinzufügt.

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