Wie weiter im Treptower Tor?:

Dach ächzt unter falsch verteilten Lasten

Damit die marode Dachkonstruktion im Treptower Tor untersucht werden kann, ist die oberste Ausstellungsetage geschlossen. Es gibt einen Widerstreit zwischen den Erfordernissen öffentlicher Nutzung und Forderungen der Denkmalpfleger.

Für die statischen Untersuchungen musste das Dachgeschoss leergeräumt werden. 
Susanne Schulz Für die statischen Untersuchungen musste das Dachgeschoss leergeräumt werden. 

Vor den Toren Rethras ist Schluss. Wer die Stufen im Treptower Tor erklimmt, um in Neubrandenburgs Ur- und Frühgeschichte einzutauchen, dem bleibt seit einigen Monaten die oberste Etage mit der Ausstellung über das slawische Heiligtum Rethra versperrt. Statiker haben das Dachgeschoss leergeräumt, Risse im Außenbereich verdeutlichen den Handlungsbedarf.

Eine Ursache für den jetzigen Zustand sieht Torsten Eilrich, Projektleiter bei der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft KEG, in einer 1978 erfolgten Sanierung des Dachstuhls. Dabei wurden im Boden des heutigen Rethra-Raums Stahlträger eingezogen: gut für die museale Nutzung, nicht gut für die Lastenverteilung im Mauerwerk, weil das Gewicht auf nur noch zwei der
sieben Dachsparren ruht. Die zulässige Verkehrslast, die für bestimmte Besucherzahlen vorgeschrieben ist, werde da leicht überschritten. „Wir müssen dafür sorgen, dass diese Lasten wieder gleichmäßig an die Außenwände abgegeben werden“, erklärt Torsten Eilrich.

Was also tun? Bei allen Varianten, die nun geprüft werden, gilt es teils Widerstreitendes überein zu bringen: die Forderung der Denkmalschützer, die historische Dachkonstruktion möglichst original zu erhalten, und die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen, langfristig wirksamen Sanierung. 

Erwogen wird derzeit ein Pfettendach: eine traditionelle Konstruktion, bei der waagerechte Träger – sogenannte Pfetten – eingezogen werden, auf denen die geneigten Dachsparren aufliegen. „So werden die Lasten bis in den Giebel verteilt“, erklärt Eilrich. Nur mit einer neuen Konstruktion die alte zu stützen, wird aber wohl nicht ausreichen. Sie im Mauerwerk zu verankern, ruft allerdings wieder die Denkmalpfleger auf den Plan.

So lange Optionen geprüft, Kosten und Kompromisse abgewogen werden, soll im Herbst erst einmal eine provisorische Sicherung der jetzigen Dachkonstruktion durch zusätzliche Balken und Spanngurte erfolgen.

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