Studie liefert überraschend positives Ergebnis:

Dem Mittelstand in der Region geht es super

Eine Umfrage unter Handwerkern, Gewerbetreibenden und Freiberuflern zeigt auf, dass ihre Geschäfte in und um Neubrandenburg besser laufen als bei vielen "Kollegen" im Bundesgebiet. Ihre größte Sorge ist der Fachkräftemangel.

Ein Blick in die Produktionshalle bei Weber-Maschinenbau in Neubrandenburg: Einige mittelständische Unternehmern der Region Neubrandenburg wurden jetzt im Rahmen einer Wirtschaftsstudie nach ihrer Einschätzung der Geschäftslage und den Aussichten befragt.
Bärbel Gudat (Archiv) Ein Blick in die Produktionshalle bei Weber-Maschinenbau in Neubrandenburg: Einige mittelständische Unternehmern der Region Neubrandenburg wurden jetzt im Rahmen einer Wirtschaftsstudie nach ihrer Einschätzung der Geschäftslage und den Aussichten befragt.

Dem Mittelstand in und um Neubrandenburg geht es sehr gut. Das ergibt eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Commerzbank durchgeführt hat. Zwischen dem 30. Juli und dem 3. September 2014 wurden deutschlandweit 1812 Geschäftskunden der Bank befragt, darunter auch 30 aus dem Zuständigkeitsbereich der Commerzbank Neubrandenburg. Zielgruppe der Studie waren die Mittelständler mit einem Jahresumsatz bis zu 2,5 Millionen Euro, angesprochen waren Handwerker, Gewerbetreibende und Freiberufler.

Die Ergebnisse sind erstaunlich, die wirtschaftliche Lage im Nordosten sieht laut dieser Studie in vielen Bereichen besser aus als der bundesdeutsche Durchschnitt. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, bei allen Befragten in und um Neubrandenburg hat sich die Auftragslage im ersten Halbjahr 2014 verbessert oder war stabil. „Die wirtschaftliche Lage ist aktuell bei der Mehrheit auffallend gut“, sagt Elke Brandenburger, Regionalleiterin bei der Commerzbank Neubrandenburg. 87 Prozent der Neubrandenburger Betriebe bezeichnen ihre wirtschaftliche Lage als stabil oder als „sehr gut“. Im Bundesdurchschnitt sind das nur 81 Prozent.

Situation gleich oder sogar besser

Noch krasser ist der Unterschied beim Vergleich der Auftragslage zur Situation sechs Monate zuvor: Durchweg alle Neubrandenburger Unternehmen erklären, dass ihre Situation gleich geblieben ist oder sich sogar verbessert hat. Niemand gab an, dass sich seine Situation verschlechtert habe. Bundesweit sieht das ganz anders aus: Ganze 18 Prozent sehen die Lage als verschlechtert an. Auch für das Jahr 2015 schaut man hier vor Ort viel optimistischer in die Zukunft als im Bundesdurchschnitt.

Die Ergebnisse der Umfrage stehen für die prosperierende Wirtschaft in der Region: Mittlerweile habe der Osten Deutschlands – und gerade auch die Region Neubrandenburg – einige Regionen im Westen Deutschlands abgehängt. „Nun müssen wir sehen, wie wir die abgewanderten Menschen wieder in dieses wunderbare Land zurückholen können“, sagt Elke Brandenburger.

Internet als wichtigstes Investitionsziel

Die Mittelständler wurden auch nach ihren Sorgen gefragt. Als größte Sorgen in und um Neubrandenburg gelten der permanente Fachkräftemangel und die Steigerung der Lohnkosten. Investitionen fließen vor allem in Personal, Computertechnik und Marketing. Das Internet wird als wichtiges Investitionsziel gesehen, obwohl fast die Hälfte hier kaum aktiv ist. Hier hängt die Region Neubrandenburg übrigens hinter dem Bundesdurchschnitt zurück.

Für Investitionen werden hier vor Ort übrigens kaum Kredite in Anspruch genommen, die meisten Ausgaben werden aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanziert. Auch das ist ein Zeichen für die Wirtschaftskraft der befragten Firmen im Nordosten. Die Zahlungsmoral wird in Neubrandenburg als sehr gut eingeschätzt, allerdings zahlen rund 22 Prozent ihre Rechnungen erst nach Ablauf der Zahlungsfrist.

Das wertet Elke Brandenburger als Zeichen dafür, dass die Unternehmer vor Ort sehr professionell sind. „Man guckt hin, mit wem man Geschäfte macht. Viele haben eine Menge Lehrgeld gezahlt in den vergangenen 25 Jahren“, sagt sie. Das sei auch mit ein Grund für die gute wirtschaftliche Lage, schätzen sie und Dirk Uhlig, Filialdirektor für Privat- und Geschäftskunden in der Commerzbank Neubrandenburg, ein. Viele Unternehmer vor Ort hätten ihre Lücke gefunden und sich auf den Markt eingestellt. 25 Jahre nach der Wende drehe sich langsam die Perspektive: Der Westen könne mittlerweile einiges vom Osten lernen, so Elke Brandenburger und Dirk Uhlig.

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